
Der Schnee macht mich wahnsinnig.
(Februar 2010)

Hoch auf dem gelben Wagen, sitz ich beim Schwager vorn.
(April 2010)

Ölen tun sie alle.
(April 2010)
06. Januar 2010
Da ich meinen Ersatzanlasser für den Kombi brauche, besorge ich mir neuen Ersatz. Schließlich ist es mehr als hilfreich, wenn man auf eine gute Ersatzteilversorgung zurückgreifen kann.
Der Anlasser kostet mich 35 EUR inklusive Versand.
11. Februar 2010
Es schneit und schneit und schneit. Ich habe keine Ahnung, wann ich das letzte mal so viel Schnee gesehen habe wie in diesem Jahr. Wenn´s so weiter geht, ist vor Ostern ans Fahren nicht zu denken. Aber es gibt ja auch noch einiges an den Autos zu tun.
Der L muss nächsten Monat zum TÜV und der Kombi soll mit einem neuen Motor versorgt werden. Diesen bekomme ich heute und zahle dafür 2.200 EUR.
Dafür hat man vor einigen Jahren ganze Autos für bekommen.
14. Februar 2010
Drei wichtige Ereignisse finden heute statt. Erstens ist Karneval oder Fastnacht wie man bei uns sagt. Zweitens ist Valentinstag. Und drittens baue ich am Kombi Motor und Getriebe aus.
Das geht erstaunlich gut, hat man doch in vielerlei Hinsicht mehr Platz zum Schrauben als bei der normalen Limousine.
Großartige
Probleme gibt es keine und so sieht die Giardiniera nach einem
gemütlichen Schraubervormittag irgendwie leer aus.

Doch schon bald soll dieses Schmuckstück den Motorraum füllen und für neuen Fahrspaß sorgen:

16. Februar 2010
Die Hinterradaufhängung benötigt etwas Kosmetik. Ein erster Anstricht mit Hammerite hilft. Ein zweiter muss jedoch noch folgen - so sagt es der Hersteller.
18. Februar 2010
Bald bekomme ich mein neues Getriebe! Für den endgültigen Zusammenbau fehlt nur noch eine kleine "Wellscheibe". Ein Centartikel, den leider kein Händler vorrätig hat. Nur einer, aus dem hohen Norden hat noch welche auf Lager!
Doch 10,73 EUR Porto für zwei kleine Scheibchen, die in einen Briefumschlag passen, schrecken mich ab.
Zum Glück gibt es das Forum! Eines der Mitglieder hat noch eine Scheibe zu Hause und leiht sie mir freundlicherweise aus, bis wieder neue erhältlich sind.
Großartig!
19. Februar 2010
Der Sturz des rechten Kombi-Hinterrades ist irgendwie beängstigend positiv. D.h., das Rad steht so was von schräg. Um das Problem zu beheben, baue ich auf beiden Seiten die Stoßdämpfer und die Schraubenfeder aus und wieder ein.
Denn ausschließlich über den Sitz der Feder, wird der Sturz korrekt eingestellt.
Vorher:

Nachher:

Unterschied erkannt? Nein? Ich ehrlich gesagt auch nicht. Auf den Bildern wirkt es nachher sogar noch schiefer.
Was soll´s.
Da werde ich wohl bei Gelegenheit noch einmal nachsehen müssen.
21. Februar 2010
Die Achsschwingen bekommen den zweiten Anstrich. Matt schwarz. Hammerite. Anschließend durchbohre ich den Aschenbecher um Platz für Wichtiges zu machen!
Genau wie beim L soll dort nämlich ganz unauffällig ein Zigarettenanzünder als Stromanschluss für mein mobiles Navi herhalten.

01. März 2010
Es ist Fiat-Zeit! Hinein ins Auto, am Starthebelchen gezogen und schon begrüßt mich unser "Olio" standesgemäß mit einer großen Dunstwolke aus dem Auspuff. Hust, hust.
Nach 5 km Fahrt dann die ersten kleinen "Problemchen". An der Ampel droht der Motor im Standgas auszugehen.
Ursache dafür ist m.E. der mit leichtem Ölnebel verdreckte Kontakt der automatischen Leerlaufdüse (ja, so etwas hat er) am Vergaser. Denn nach der Reinigung läuft er wieder wie geschmiert.
Abends noch den Luftdruck kontrollieren und der Start in eine neue Saison ist perfekt.
05. März 2010
Ach ja, das Lüfterrad. Das leidige Thema. Es rappelt und scheppert mal wieder, weil sich die Mutter schon wieder etwas gelockert hat und ich immer noch keine selbstsichernde habe.
Auch der Baustoffhandel um die Ecke kann mit seinem Schraubensortiment nicht helfen und so begnüge ich mich vorerst mit einer gezackten Unterlagsscheibe.
13. und 14. März 2010
In Bingen eröffnet die Firma Honrath eine weitere Sektion in ihrem Autohaus und bietet ab sofort auch Fiat-Modelle an. Zur Eröffnung werden selbstredend zwei alte Fiat 500 als Anschauungsobjekt benötigt.
Einer davon ist unser Olio, der auch gleich einmal sein Revier mit einem schönen Ölplacken markiert.
Mahlzeit!
16. März 2010
Der Frühling kehrt zurück nach Deutschland! Zum ersten mal seit gefühlten 100 Monaten erreichen die Temperaturen zweistellige Plus- anstatt Minusgrade. Doch mit dem Einzug wärmerer Temperaturen melden sich auch die Tücken des 500er-Alltags zurück.
Auf dem Weg zur Arbeit bleibt der L stehen, nachdem er bereits zuvor im Standgas auszugehen drohte. Ein erneutes Ziehen des Anlassers bringt zunächst keine Veränderung. Der Kontaktabstand ist augenscheinlich in Ordnung. Zündkabel sind keine abgerissen.
Bei genauerem Betrachten fällt mir auf, dass der Vergaseransaugstutzen leicht verölt ist. Vielleicht ist dies die Ursache!
Nachdem ich den
Lüftungsschlauch vom Luftfilter zur Gasfabrik
abgezogen habe, läuft der Motor wieder. Ein Glück.
Nachmittags reinige ich die Schläuche vom Ventildeckel zum Luftfilterkasten und vom Luftfilter zum Vergaser ein wenig mit Bremsenreiniger. Ebenso erfährt das elektrische Leerlaufventil eine kleine Frischekur. Von nun an brummt der Motor auch im Standgas wieder einwandfrei.
Die Ursache für das Ölen (wahrscheinlich durch verschlissene Kolbenringe erzeugter Überdruck) ist damit natürlich nicht behoben. Das könnte eine nette Winterarbeit werden.
...Winter? Mein Gott. Die ersten Sonenstrahlen und ich denke schon wieder an den Winter...
18. März 2010
Der Motor läuft noch nicht so wirklich rund. Erst nachdem ich den Vergaser neu einstelle, macht er keine Mucken mehr.
Doch dafür macht unser "Olio" seinem Namen mal wieder alle Ehre. Munter lässt er auf jedem Parkplatz eine kleine Öllache.
Zum Glück kommt das Öl "nur" aus der Ölwanne. Die Befestigungsschrauben hatten sich allesamt ein wenig gelockert. Festgezogen und gut ist!
19. März 2010
Ein gutes Omen für den TÜV-Termin nächste Woche? Der Olio ölt immer noch leicht, das Heckemblem auf der Motorhaube hat´s zerbröselt, die vorderen Reifen sind leicht abgefahren und zu guter Letzt muss ich feststellen, dass vorne etwas Bremsflüssigkeit fehlt.
Die Bremsflüssigkeit fülle ich auf und beobachte zunächst einmal, ob das Auto weiterhin Flüssigkeit verliert. Denn auf den ersten Blick konnte ich nichts an den Leitungen erkennen. Wahrscheinlich wird´s aber nichts ernstes sein.
Reifen muss ich auch neue besorgen. Eventuell werden es schicke Weißwandreifen, die über Ebay aus Italien angeboten werden. Mal sehen.
Und weil es immer noch nach Benzin im Innenraum stinkt, starte ich einen letzten Versuch: ich verstopfe die Düsen der Frontscheibenheizung. Immerhin führen deren Schläuche durch den Kofferraum direkt am Tank vorbei.
21. März 2010
Ich versuche dem Bremsflüssigkeitsverlust auf den Grund zu gehen und produziere weitere "Schäden": zwischen 85 und 90 km/h vibriert und flattert das Lenkrad als läge der katastrophalste Achs- und Stoßdämpferschaden vor.
Doch was war passiert?
Nachdem ich die hinteren Bremstrommeln abgenommen und nur staubtrockene Radbremszylinder vorgefunden hatte, schaute ich mir auch die Vorderräder an, ohne etwas zu finden. Nichts. Alles schien in Ordnung. Lediglich am Übergang vom Verbindungsschlauch zwischen Bremsflüssigkeitsbehälter und Hauptbremszylinder war ein wenig Bremsflüssigkeit zu finden.
Bei der anschließenden Probefahrt kam es dann zu dem beschriebenen Lenkradflattern. In der Folge nahm ich zunächst die Hinterräder erneut ab, zog die Bremstrommeln etwas stärker an und montierte die Reifen wieder.
Nichts. Alles wie gehabt.
Auch ein Nachziehen der Radmuttern half nichts. Alles wie gehabt. Der Fiat rüttelte und schüttelte sich wie ein mit Diesel betanktes Mofa aus sibirischer Produktion.
Erst das erneute Abnehmen der Vorderräder und nochmalige Anbringen brachte die ersehnte Besserung. Der 500er lief wieder wie noch am Tag zuvor.
Seltsam? Aber genau so war es.
PS: Bei den zahlreichen Probefahrten bin ich natürlich wieder einmal ohne Sprit liegen geblieben. Doch als anerkannter "Leerfahrer" konnte ich meine Reise dank des im Kofferraum befindlichen 2-Liter-Reservekanisters alsbald fortsetzen.
23. März 2010
Heute ersteigere ich bei Ebay ein paar neue Reifen. Weißwandfreifen, um genau zu sein. Diese kommen zwar aus Italien, sind aber mit 190 EUR dennoch günstiger als hierzulande angebotene Pirelli Cinturato.
24. März 2010
TÜV ist am kommenden Freitag. Damit es mit der Handbremse keine Probleme gibt, stelle ich sie ein wenig nach.
25. März 2010
Kombi-Teile sind seltener und teurer. Das merke ich schon jetzt. Beim hinteren Schiebefenster der Fahrerseite fehlt der Griff mitsamt der Arretierung. Übers Forum bekomme ich ein Gebrauchtteil für 15 EUR.
Da dieses jedoch nur aus dem Innenteil, nicht aber dem dazu gehörigen Außenteil besteht, welches für die Befestigung benötigt wird, ordere ich zusätzlich in Italien ein Reproduktions-Schließstück aus Kunststoff. Dieses belastet mein Konto mit zusätzlichen 37,06 EUR.
27. März 2010
TÜV. Bis März 2012.
31.
März 2010
Beim Kombi montiere ich den Verschließmechanismus für das hintere Schiebefenster. Das alte originale Teil und die Befestigung des Repro-Teils passen perfekt zusammen!
03. April 2010
Ach ja, das neue Kombi-Getriebe. Eine (fast) unendliche Geschichte. Doch mit dem Kauf eines guten gebrauchten für 350 EUR, das vor wenigen tausend Kilometern überholt wurde, sollte auch dieses Kapitel glücklich enden.
Ursprünglich hatte ich nämlich ein ganz anderes Getriebe ins Auge gefasst und hierfür schon massig Ersatzteile besorgt, die mir der Verkäufer einbauen wollte und auch eingebaut hat. Doch als das Getriebe zum Einstellen des Differenzials in die Fachwerkstatt gebracht wurde, kam für mich - und auch für den Verkäufer - die große Überraschung. Teller- und Kegelrad, eine eigentlich unzertrennbare Einheit, stammten aus zwei verschiedenen Baugruppen und waren so nicht zu gebrauchen.
Weitere Investitionen und Wartezeiten waren angesagt. Doch glücklicherweise wurde mir just in diesem Moment ein alternatives Getriebe für die besagten 350 EUR angeboten: ein Angebot, das ich natürlich nicht ablehnen konnte.
Nachdem wir es heute in der Nähe von Stuttgart abgeholt hatten, schraubte ich noch abends die Kupplung an den Motor (riss dabei eine Schraube ab) und vereinigte Motor mit Getriebe.
Einem Kompletteinbau des Triebwerks steht damit in den kommenden Tagen nichts mehr im Weg.
04. April 2010
Motor und Getriebe werden in den Kombi "eingehängt", damit am nächsten Tag die "Endmontage" erfolgen kann.
05.
April 2010
Der Motor und das neue Getriebe sind drin! Wir wagen uns auf eine erste Fahrt ins rund 25 Kilometer entfernte Lonsheim. Alles einwandfrei. Denken wir. Denn rund drei Stunden später geht überhaupt nichts mehr.
Eine kleine Pfütze unterm Vergaser lässt nichts Gutes erahnen. Erfolglose Startversuche bestätigen den Verdacht: die Kiste ist abgesoffen. Mangels entsprechenden Werkzeugs - mir fehlt ein passender Inbus-Schlüssel - rufen wir den ADAC.
Dieser stellt nach rund fünf Minuten die ernüchternde Diagnose, dass der Schwimmer des Vergasers eigentlich ein Nichtschwimmer ist und es vorzieht, auf Tauchstation zu gehen. Folglich läuft der Vergaser über und "rien ne va plus", wie der Franzose zu sagen pflegt.
Da wir keine Möglichkeit haben, den gerissenen Schwimmer zu reparieren bleibt nur noch eine Möglichkeit der Heimfahrt: hoch auf dem gelben Wagen.


Gesamtkosten
500 L 2010: 287,50 EUR
Gesamtkosten (total): 12.231,64 EUR
Gesamtkosten
500 Giardiniera 2010: 3.153,73 EUR
Gesamtkosten (total): 7.981,33 EUR