




Sie erinnern sich noch an die Tour Europa und die Ereignisse des 7. Juli 2007? Nicht? Nun gut, wir helfen Ihnen kurz auf die Sprünge. Damals leuchtete das Generatorlämpchen auch bei ausgeschalteter Zündung. Und genau das gleiche Problem liegt jetzt auch wieder vor.
Ob das nun mit einer falschen Verkabelung des neuen 650ccm Motors zusammenhängt oder evtl. an einem anderen Defekt? Das ist derzeit noch unbekannt.
Ich konzentriere mich daher zunächst auf andere Arbeiten. Gemeinsam mit meinem "Schrauberfreund" Helmut stelle ich das Spiel der Radlager ein und wechsele noch einmal schnell einen Radbremszylinder, da ich versehentlich hinten einen falschen verbaut hatte.
Kommende Woche sollen dann noch die Antriebswellen befestigt und die Bremsen entlüftet werden.
Und eine neue Batterie wird benötigt und die ersten Ausgaben 2008 hervorrufen. Die alte hat die Anlasserorgien leider nicht überlebt.
07. Januar 2008
Die vorderen Bremsschläuche werden gewechselt und die Antriebswellen befestigt. Endspurt.
08. Januar 2008
Die ersten Ausgaben in 2008 schlagen mit 79,79 für eine neue Batterie und Polfett zu Buche.
10. Januar 2008
Das Einsprühen des Zündschlosses mit massig WD40 hat Wirkung gezeigt. Die Ladekontrollleuchte leuchtet nur noch bei eingeschalteter Zündung und nicht auch dann, wenn alles ausgeschaltet ist. Dafür will sie nun auch bei laufendem Motor nicht mehr ausgehen.
Deja vu? Nein. Es liegt also exakt das gleiche Problem vor, wie bereits im vorigen Jahr in Italien (siehe Einträge am 07. und 08. Juli 2007).
So wie es aussieht kommt nicht genügend Strom an, um die Lichtmaschine zu erregen, wie mir Gotti, ein befreundeter Fiat-Fahrer und Elektronikexperte, erklärt.
Nach drei- bis zehnmaligem manuellen Erregen der Lichtmaschine mittels einfachem Überbrücken, funktioniert die ganze Sache komischerweise einwandfrei und die Lima sowie die Ladekontrollleuchte funktionieren so wie es sein soll.
Seltsam? Aber so war es. Abhaken und Problem im Auge behalten. Als Ursache wird übrigens nach wie vor ein Defekt im Zündschloss vermutet.
Zum Abschluss werden dann noch die Bremsen entlüftet, sodass es schon bald zurück auf die Straße gehen kann.
17. Januar 2008
Räder anschrauben, Querlenker festziehen, Kupplung nachstellen, Zündung kontrollieren und abbocken: ich habe fertig!
Hoffen wir nur, dass der Motor nun auch so gut fährt, wie er bisher im Stand läuft. Denn leider rasselt das Ausrücklager bei getretener Kupplung...
Wir werden sehen. Fortsetzung folgt.
21. Januar 2008
Eine kleine Probefahrt zeigt, dass der Motor ordentlich zu laufen scheint. Nur der Tacho will nicht. Wahrscheinlich sitzt die Welle nicht richtig.
10. Februar 2008
Nachdem die Tachowelle richtig festgeschraubt ist, funktioniert auch der "Geschwindigkeitsmesser" wieder korrekt.
15. Februar 2008
Der Umstieg vom 500er auf den 126er Motor macht es erforderlich, dass ich mein Ersatzteillager ein wenig mit spezifischen oder in den vergangenen Monaten verbauten Teilen wieder auffülle.
Insgesamt gehen so für diverse Kleinteile wie Gaszug, Choke- und Anlasserzug, Ölmessstab und Lichtmaschinenkohlen 45,66 EUR drauf.
29. Februar 2008
Gestern der 28. Februar: heute endlich wieder Fiat fahren? Nein. Das verflixte Schaltjahr lässt uns leider noch einen Tag länger warten.
01. März 2008
Orkantief Emma wütet über Deutschland und fordert zahlreiche Todesopfer. Doch da sich der Sturm bei uns glücklicherweise in Grenzen hält, fahre ich zumindest ein paar Kilometer mit dem neuen Motor.
Und auf diesen ersten Metern scheint es keine Probleme zu geben. Das Auto beschleunigt und bremst auch gut.
Für morgen ist eine erste größere Ausfahrt in den Rheingau mit Rast im Baumstammhaus geplant.
Die Ausfahrt in den Rheingau klappt ohne Murren. Wie auch bereits gestern, läuft die Antriebseinheit sehr gut. Hoffen wir dass es bleibt.
Zum Saisonauftakt bekomme ich dann auch von Peter, einem befreundeten Neu-Fiat-500-Fahrer, dem ich ein wenig beim Schrauben geholfen habe, zwei Ersatzteile geschenkt.
Einen Vorwiderstand für die Zündspule, den ich bereits zweimal vergebens versucht hatte zu bestellen. Sowie eine schöne Blindkappe für den Verteilerdeckel, versehen mit unserem Nachnamen: Fischer.

04. März 2008
Beim Starten leuchtet wieder einmal die Generatorlampe und will nicht ausgehen. Doch während ich mich über dieses seltsame Phänomen ärgere erlischt sie plötzlich.
Außerdem fällt mir auf, dass beim Anschalten der Heizung erstaunlich wenig Luft durch den Tunnel gejagt wird. Woran mag das nur liegen?
05. März 2008
Nun. Es liegt daran, dass der Heizungsschlauch am Motor zu lang ist. Dadurch musste ich ihn geknickt einbauen, was natürlich den Querschnitt und den möglichen Luftdurchlass verringert!
Wenn ich Lust und Zeit habe, werde ich hier mal einen kürzeren Schlauch einbauen.
08. März 2008
Seit heute prangert auf der Windschutzscheibe unser stiller Protest gegen die zahlreichen Umweltzonen und die Aussperrung von historischen Fahrzeugen: die Feinstaubplakette "Automobile Randgruppe".

14. März 2008
Schon über 400 km gefahren. Darum wird es Zeit, zum ersten Mal den Zylinderkopf nachzuziehen. Gesagt, getan.
Anschließend natürlich wieder die Ventile einstellen und es kann weiter gehen.
15. März 2008
Da ich die Einstellwerte des 650 ccm Motors noch nicht so verinnerlicht habe wie beim originalen Motor, habe ich natürlich prompt die Werte für Ein- und Auslassventil vertauscht, sodass ich abermals das Ventilspiel einstellen muss.
Dabei fällt mir auf, dass der Keilriemen etwas zu locker sitzt, weshalb ich ihn spanne.
Außerdem kaufe ich mir eine tolle Blaupunkt-Antenne (Blaupunkt Autofun) für die Frontscheibe. Meine ich zumindest. Denn beim Einbau stellt sich heraus, dass das Gehäuse des dazu gehörigen Verstärkes so miserabel verarbeitet ist, dass es sich ständig öffnet. Beim Umtausch muss ich leider feststellen, dass dies bei den anderen Antennen auch so ist. Von daher entschließe ich mich, das Ding komplett zurück zu geben und lasse mir das Geld erstatten.
Und Übrigens: Ja, unser Fiat ist ein Olio! Der Spitzname kommt also nicht von ungefähr.
Denn obwohl der Motor frisch abgedichtet wurde, ölt er doch wieder munter vor sich hin.
Und auch wenn dies nicht sehr überraschend ist, so bin ich doch ein wenig enttäuscht, dass es schon nach nicht einmal 500 gefahrenen Kilometern passiert.
Mal schauen, wo es genau raussüfft.
Nachdem ich das Auto ein wenig hochbocke, finde ich den Übeltäter recht schnell. Es ist das Getriebe, das sich überschüssigen Öls entledigt.
Ich hoffe, dass es daran liegt, dass wir beim Tausch der Antriebswellen ein wenig zu viel eingefüllt haben und belasse es zunächst bei einer kleinen Reinigung mit Bremsenreiniger.
Es ist eben ein echter Olio.

Beim Inspizieren fällt mir übrigens auf, dass am Rotgusslager des Ausrücklagers eine der beiden Klammern fehlt. Diese ist gebrochen und liegt in zwei Hälften in dem darunter befindlichen Abdeckblech.
Ich erinnere mich daran, dass Anfang des Jahres kurzzeitig das Ausrücklager bei getretener Kupplung gerasselt hat, sich das Geräusch aber nach einiger Zeit verflüchtigt hatte.
Jetzt kommt mir in den Sinn, dass es nur diese Klammer gewesen sein kann. Und ich habe Recht!
Denn nachdem ich eine neue Klammer eingesetzt habe, ist auch das Geräusch wieder da. Mal sehen wie lange. Hoffentlich muss ich wegen diesem kleinen Artikel nicht wieder das Getriebe ausbauen...
Einen neuen Versuch starte ich übrigens in Sachen Radioantenne, nachdem ich vernommen habe, dass das Gehäuse zum Abschluss der Installation durch eine Schraube gesichert wird.
Lesen bildet und ich hätte evtl. nicht vorzeitig aufgeben sollen.
Also kaufe ich mir die Antenne ein zweites Mal und siehe da, das Ding ist stabil und bietet auf den sieben Testkilometern auch guten Empfang.
Schauen wir mal, ob´s auf dem weiten Land auch noch so schönen Sound aus dem Radio gibt.
"Listen to the radio and you will hear the songs you know" - Robbie Williams, Radio
Ab heute kann man unseren Fiat ganz offiziell für Film- und Werbeaufnahmen mieten. Jawohl. Und zwar über www.film-autos.com. Hollywood, wir kommen! :)
30. März 2008
Die Achsschenkel werden mal wieder abgeschmiert.
Um hier in der Rhein-Main-Region durch Blendungen nicht irgendwelche Jumbo-Jets vom Himmel zu holen, stelle ich den linken Scheinwerfer etwas niedriger ein.
Außerdem soll der Kleine ja bei der anstehenden Hauptuntersuchung nicht genau deswegen durchfallen.
Nach über einem Monat der Zulassung erreicht mich endlich die Versicherungspolice meiner neuen Oldtimerversicherung.
Von der alten Gesellschaft wurde uns ja im letzten Jahr gekündigt, da man sich zum 01. Januar 2008 aus dem Kaskobereich zurückgezogen hat.
Überrascht bin ich allerdings über die Höhe des Beitrages. Denn noch Ende November erhielten wir die Auskunft, dass der Beitrag bei 76,66 EUR liegen würde. Berechnet werden nun allerdings 95,06 EUR.
Zwar ist dies immer noch günstiger, als bei der Classic Car Versicherung des ADAC. Aber knapp 25 % Tarifabweichung gegenüber der ursprünglichen Auskunft ist schon heftig.
Mal sehen, was das Versicherungsbüro dazu meint.
12. April 2008
Es ist Zeit, den Zylinderkopf ein zweites Mal nachzuziehen, um Folgeschäden durch das Setzen des Kopfes zu vermeiden.
Bei der Gelegenheit bringe ich noch ein wenig Karosserieknetdichtmasse im Motorraum an, um diesen in Richtung Innenraum abzudichten und um zu vermeiden, dass Abgase evtl. in den Fond entweichen können.
13. April 2008
April, April. Immer noch keine beständige Wetterbesserung in Sicht. Stattdessen scheint mal kurz die Sonne (mehr oder weniger) und fünf Minuten später schüttet es wie aus Kübeln.
Trotzdem kein Grund Trübsal zu blasen! Zusammen mit weiteren fünf Fünfhunderten geht es von Bingen nach Koblenz mit Rast im Königsbacher Brauereiausschank und mit einem Zwischenstopp in der Eltviller Rausch wieder zurück.
Unser Fiat gönnt sich während der Tour eine kleine Auszeit. Bei einem Ampelstopp erlöschen sämtliche Kontrollleuchten und der Motor ist tot. Einzig das Radio dudelt einsam vor sich hin. Nach rund zwei Minuten ist der Spuk wieder vorbei und der Kleine läuft so gut wie zuvor.
Vielleicht sollte ich mich langsam aber sicher doch einmal nach einem neuen Zündschloss umschauen, welches wohl ursächlich für diese kurze Zwangspause war.
Diplom Ingenieur (FH) Frank Grausam. Doch der Name des TÜV Prüfers war zum Glück nicht Programm.
Gnädig war er mit unserem Fiat und erteilte ihm die Plakette unter Bescheinigung, dass keine Mängel festgestellt werden konnten. Nicht einmal die Höhe der Scheinwerfer, die ich eigens für die Hauptuntersuchung in mühsamer Arbeit eingestellt hatte, wurde exakt kontrolliert.
Auch bezüglich der Motor- und der Auspuffeintragung gab es keine Schwierigkeiten. Das Einzige, was mir missfiel waren die zu zahlenden Gebühren in erschreckender Höhe: 103,51 EUR für Hauptuntersuchung und Eintragung, 37,03 EUR für Abgasuntersuchung (dem TÜV-Prüfer war aufgefallen, dass im letzten Jahr die Plakette zu lang ausgestellt wurde) und Einstellung des Zündzeitpunktes sowie 15,40 EUR für die Ausstellung von neuen Fahrzeugpapieren.
Jäger und Sammler? Egal. Bei 150 EUR für einen 650ccm FSM-Motor aus polnischer Produktion, vollständig bis auf den Auspuff, dafür aber inklusive Anlasser kann ich nicht nein sagen. Nur so. Für den Fall der Fälle.
Genau hinsehen lohnt. Der neu erworbene Anlasser gehört nicht zu einem 650ccm Motor, sondern zum normalen Fiat 500 Antriebsaggregat. Die Lichtmaschine des Ersatzmotors ist am Stromanschluss gerissen und war ursprünglich ebenfalls an einem 500ccm-Motor verbaut.
Das ist zwar alles in allem etwas schade, aber dennoch nicht soo tragisch. Ich hoffe, dass der Motor wenigstens läuft, wenn er mal gebraucht wird. Per Hand drehen lässt er sich zumindest.
*
Die Scheibendichtung der Fahrertür klebe ich mit Pattex fest, da sie mir regelmäßig beim Herunterkurbeln der Scheibe entgegenfällt. Mal sehen, ob das hält. Ich bin skeptisch.
Den Kupplungszug spanne ich etwas nach, da mir der Schleifpunkt der Kupplung nicht optimal erscheint.
Zu Guter Letzt optimiere ich auch noch ein wenig den Gaszug, da er zum einen quietscht und nicht so leichtgängig ist, wie ich das gerne hätte. Dazu sprühe ich ihn mit WD40 ein und unterbauen das Gaspedal selbst ein wenig mit zwei Unterlagsscheiben, da der Gashebel ansonsten ein wenig auf dem Boden schleift und für Schwergängigkeit sorgt.
Keine Angst vor langen Strecken. Auf geht´s in vier Etappen zum Bremer Frühjahrstreffen.
Über den Edersee mit zwei Übernachtungen in der historischen Mühle Freienhagen...

30. April 2008
... entlang der Weser zum Steinhuder Meer...

01. Mai 2008
... nach Verden...
03. Mai 2008
... zum Backsberg nach Oyten.

Alle Bilder vom Treffen gibt´s wie immer bei Picasa.
05. Mai 2008
Zurück geht´s dann in einem Rutsch: 500 in 500, sprich 500 km mit unserem Olio.
Und kaputt gegangen ist seltsamerweise gar nichts.
Der Fiat fährt ohne Probleme. Alles in Butter, wären da nicht die Bremsen.
Wie schon im vergangenen Jahr habe ich mit einem nicht gerade optimalen Druckpunkt zu kämpfen, der manchmal oben liegt, oft aber auch gefühlt kurz vor dem Bodenblech.
Dieses Phänomen ist seltsamerweise aber erst jetzt wieder aufgetreten, nachdem auf den ersten 3.000 gefahrenen Kilometern in diesem Jahr alles OK schien.
Mal schauen, was ich hier mache. Eventuell werde ich das Auto diesbezüglich noch einmal zur Überprüfung in die Werkstatt bringen. Der Werkstattmeister konnte zumindest ein ähnliches Problem an Helmuts Fiat 500 erfolgreich beseitigen.
Groß- und Dauerbaustelle Mainzer Ring. Ausnahmsweise halte ich mich an die vorgeschriebenen 60 km/h. Dennoch meint ein 5er BMW älterer Bauart mit auffällig großer Antenne, er müsse mich überholen und sich anschließend zwischen unseren Fiat und einen abgewrackten Transporter quetschen.
Rund 1 km später bestätigt sich dann auch meine Vermutung: Autobahnpolizei. Ich folge dem blinkenden "Bitte folgen"-Schild und werde von der Autobahn gelotst.
"Allgemeine Fahrzeugkontrolle", heißt es dann und zum wiederholten male - bereits vor rund zwei Jahren wurde ich von einer Polizeistreife aus dem Verkehr gezogen -, muss ich verneinen, jemals Drogen genommen zu haben. Ich sehe anscheinend aus, wie der typische Junkie.
Doch im Verlaufe der Kontrolle stellt sich heraus, dass die beiden Beamten sich lediglich einmal unser Auto ansehen wollten. Ein staunender und begeisterter Blick in den Motorraum und wir dürfen unsere Fahrt fortsetzen.

Die Polizeistreife: leider unscharf.
Später hätten wir die beiden Polizisten allerdings gut gebrauchen können. Ein Ford Galaxy setzt sich uns relativ knapp vor die Nase und verpasst uns mit einem anschließenden Steinschlag auch noch einen schönen Sprung in die Windschutzscheibe. :( Das Kennzeichen ist zumindest notiert.
*
Die Bremsen bremsen im Übrigen noch genau so früh oder spät wie gestern. Auch die Anbringung einer fehlenden Rückholfeder hat daran nichts geändert. Doch zumindest verspürt man jetzt von Anfang an einen leichten Gegendruck.
13. Mai 2008
Bremsen leicht anstellen und dann... voll in die Eisen. Einfach so. Alle Räder blockieren, der Fiat bremst also. Zudem erhoffe ich mir, dass die automatische Nachstellvorrichtung der Bremsbeläge ein wenig in Gang gebracht wird. Und in der Tat: es kommt mir ein wenig besser vor.
Treibstoffpreise auf Allzeithoch machen sicherlich keinen Spaß. Bei 1,54 EUR je Liter Super zögere ich das Tanken so lange heraus, bis es zu spät ist. Der Fiat bleibt stehen.
Doch aus dem unfreiwilligen Liegenbleiben vor drei Jahren hatten wir ja gelernt, immer etwas Benzin an Bord zu haben. Und so geht es nach einer kurzen Tankpause weiter zur nächsten Tankstelle, wo der Sprit "nur" noch 1,489 EUR je Liter kostet.
Wer sagt eigentlich, dass Oldtimer in der Unterhaltung teurer sein müssen, als moderne Autos?
Zwar mag dies bei mir in den vergangenen Jahren zugetroffen haben, aber für 2008 werden die Kosten für meinen Audi A3 sicherlich über denen unseres 500ers liegen: Inspektion, Austausch eines defekten Kühlers und Wechsel der Bremsbeläge für 800 EUR. Heidewitzka. Und das bei einem Alter von vier Jahren und lediglich 40.000 gefahrenen Kilometern.
Schon fast 4.000 Kilometer mit dem Fiat gefahren und keine Panne? Das kann doch gar nicht sein, denkt sich unser Auto und tritt von jetzt auf gleich in den Streik.
Alles ist tot. Der Motor läuft nicht, die Zündung zeigt keine Regung. Ab und zu leuchten zwar die Ladekontrollleuchte und die Öldrucklampe, doch beim Ziehen des Anlassers erlischt wieder alles.
Nach kurzer Ursachenforschung stellt sich heraus, dass sich an der Batterie ein Kabel gelöst hatte.
Unwetter und überflutete Straßen. Und unser Olio mittendrin, statt nur dabei. Tapfer kämpft er sich durch die Fluten bis nach Hause, wo ich dem Weltuntergang entgegen sehe.

Nachdem die sintflutartigen Regenfälle dann doch noch überraschend aufhören, wage ich eine erneute Fahrt mit dem Kleinen. Doch was ist das?
Die rechte Seite zeigt keine Bremswirkung mehr, der Wagen zieht verdächtig stark nach links.
Nach einigen hundert Metern und mehreren Bremsversuchen stoppt das Auto allerdings wieder zuverlässig. Es ist anzunehmen, dass Wasser in die Bremstrommeln gekommen ist und dadurch die Wirkung durch einen Schmierfilm auf null gesetzt hat.
Denke ich mir zumindest. :(
"Never change a running system" lautet ein wahrhaft weiser Satz. Dennoch fühle ich mich dazu berufen, ein wenig an unserem Fiat zu schrauben.
Und zuerst läuft auch alles ganz nach Plan. Ich entdecke, dass das Kabel des Öldruckschalters lose ist und sich der Lüfterschlauch ebenfalls gelöst hat. Nachdem diese Fehler behoben sind, stelle ich das Ventilspiel korrekt ein und verändere den Kontaktabstand auf das vorgeschriebene Maß. Zum Schluss werden noch die Achsschenkel abgeschmiert und die Blattfeder ein wenig mit Kettenspray eingesprüht (alter Foren-Tip).
Doch nach 5 Kilometer Fahrt fängt der Fiat plötzlich unter Last an zu ruckeln und zündet fehl. Ich verändere den Kontaktabstand wieder etwas und seltsamer Weise fährt das Auto danach wieder. Zumindest weitere 5 Kilometer, bevor es wieder anfängt zu ruckeln.
Ich erinnere mich an ein ähnliches Problem von Peter aus Mainz. Mit gleichen Symptomen hatten wir uns damals stundenlang den Wolf gesucht, bis wir verzweifelt den Kondensator ausgewechselt haben und der Wagen danach überraschenderweise einwandfrei lief.
Also wechsele ich auch bei unserem "Olio" den Kondensator und siehe da, der Motor fährt wieder 1A!
15. Juni 2008
Auf dem Weg von Italien nach Hause durchkreuzen zwei Fiat 500 Fahrer unsere Heimat Rheinhessen. Ich verabrede mich mit den beiden im nahe gelegenen Ingelheim.
Vor Antritt der Fahrt begehe ich allerdings erneut einen fatalen Fehler: ich erweitere den Kontaktabstand auf das vorgeschriebene Maß in der irrtümlichen Annahme, der gestrige Fehler sei nur durch den Kondensator bedingt gewesen.
Doch weit gefehlt. Nach wenigen Kilometern fängt der Fiat bei Vollgas wieder an zu husten und zu spucken, wie zu den schlechtesten Zeiten.
Bei der behelfsmäßigen Reparatur am Straßenrand kommt dann natürlich - wie kann es auch anders sein - ein netter "So-Einen-Hatte-Ich-Auch-Mal-Passant" vorbei und erzählt mir, wie toll es damals Ende der 60er mit diesem Auto war. Und auch wenn´s lieb gemeint ist, so kann ich in diesem Moment gerne auf solche Gespräche verzichten. Aber da muss man als Leid geplagter Oldtimer Fahrer wohl durch.
Zum Glück kann ich nach wenigen Minuten wieder weiter fahren, auch wenn´s noch nicht ganz so rund läuft.
Später begebe ich mich auf ausführliche Ursachenforschung und finde schnell den Grund für die Fehlzündungen. Anstatt wie vorgeschrieben "10° vor OT" zündet der Fiat erst auf "OT". Oder mit anderen Worten: die Zündung ist fürn Arsch.
Nach der Einstellung auf den korrekten Wert, rennt der Fiat wie eh und je.
Mal sehen, wie lange. :)
Zusammen mit anderen Fiat 500 Begeisterten aus Rhein-Main geht´s heute nach Mainz in den Zollhafen zum Fotoshooting!
Herausgekommen sind tolle Bilder in beeindruckender Kulisse.
Das komplette Set gibt´s bei picasa.
15. Juli 2008
Während einer kleinen Ausfahrt durch den Landkreis fährt vor uns ein uns unbekannter Fiat 500 mit Mainzer Kennzeichen.
Doch außer einem netten Winken können wir der Fahrerin nichts entlocken.
Nach dem Erfolg im letzten Jahr beschließen wir auch 2008 zum Hessen Treffen zu fahren. Schon bevor es los geht, bemerke ich, dass sich der dicke Lüftungsschlauch schon wieder gelöst hat.
Doch kein Problem. Noch vor Fahrtantritt wird er wieder festgeschraubt und es kann gemeinsam mit unseren 500er-Freunden von Mainz nach Bad Nauheim gehen.
Dort erwartet uns bei wechselhaftem, alles in allem aber doch recht gutem Wetter erneut ein nettes Treffen in schönem Ambiente mit vielfältigem Programm (unser Tour Europa Film wird u.a. gezeigt!).
Auf dem Teilemarkt lasse ich außerdem mal wieder etwas Geld: 25 EUR für eine Scheibenwischerintervallschaltung, die frei programmierbar und zudem binnen fünf Minuten eingebaut und ausprobiert ist, scheinen mir eine gute Investition.
20. Juli 2008
Mit einem Fahrzeug weniger - bei dem mitgefahrenen Steyr-Puch hat sich leider das Getriebe verabschiedet - treten wir die Heimreise nach Mainz an. Dort ziehe ich noch die klappernde Radkappe an, die mir schon seit Wochen auf den Keks geht.
Der 08.08.08. Ein Datum, das bei Vielen die Hochzeitsglocken klingen lässt. So auch bei einem Paar aus Seligenstadt, das ich mit dem Fiat zum Standesamt fahren darf: die Braut hat ihren Zukünftigen damit überrascht.
Die Fahrt selbst macht nicht zuletzt aufgrund des sehr netten Brautpaares mal wieder irre viel Spaß. Zudem erweist sich die Trauung als äußerst außergewöhnlich. Denn wer kann schon von sich behaupten, in einem Slayer-T-Shirt geheiratet zu haben? :)
20. August 2008
Tiere und Autos gemeinsam auf einer Straße, das passt irgendwie nicht zusammen. Der Fiat und ich haben´s überlebt, der kleine Igel leider nicht.
Nicht nur am 8.8., nein auch an anderen Tagen wird selbstverständlich geheiratet. Als Kontrastprogramm zur Hochzeit eines Verwandten des Bräutigams, der mit einer Stretchlimo vorfuhr, darf unsere kleine "Quetschlimo" als Brautauto fungieren.
Der Kleine kommt an diesem Tag so gut an, dass er sogar mit aufs Familiengruppenbild darf.

Dummerweise mache ich zum Abschluss des Tages beim Entfernen des Blumenschmucks zwei kleine Kratzer ins Frontblech .
Shit happens. :(
24. August 2008
Ersteigerung als Unfall? 1 EUR Höchstgebot für einen Anlasserhebel eingegeben und prompt ersteigert.
Keine Ahnung, ob ich das Ding jemals brauche, aber wenn´s kaputt gehen sollte, habe ich Ersatz - für 5,90 EUR inklusive Versand.
Die "Scuderia Rhein-Main" ist mal wieder unterwegs. Zusammen mit unseren 500er-Freunden aus der Region geht es dieses mal zum Paddeln an die Lahn. Mit Übernachtung im Zelt. Tour Europa Feeling kommt auf...
...denn der Fiat ist fast genauso voll bepackt wie bei der letztjährigen Tour.
Und genau wie bei der Tour wird auch hier (unfreiwilligerweise) während der Fahrt geschraubt. Nach bereits nur 10 Kilometern reißt einem der Mitfahrer der Kupplungszug.
Da ich jedoch erstatzteiltechnisch gut ausgestattet bin, können wir den Schaden recht schnell beheben, sodass es nach einer guten dreiviertel Stunde weiter gehen kann.
Weitere Pannen: Fehlanzeige. :)

Beim Auswechseln des Kupplungszuges.
Foto: © Peter Schulz
Lange nichts passiert. Nach einer Fahrt von Straßburg zurück nach Hause und mindestens 75 Kilometern mit (fast) Vollgas habe ich unseren Olio wohl etwas zu früh gelobt.
Nachdem wir von der Autobahn abfahren fängt er leicht an zu stottern, kämpft sich bis zur Einfahrt des nächsten Kreisels und quittiert seinen Dienst.
Trotz Anlasserorgeln will er nicht anspringen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als das Auto quer durch den Kreisel zum nahe gelegenen Aldi-Parkplatz zu schieben.
Dort finde ich schnell die Ursache allen Übels. Durch die wohl etwas zu heftige Fahrt hat sich der Kontaktabstand verstellt, sodass praktisch kein Abstand mehr da war und das Auto nicht mehr zündete.
Nach fünf Minuten ist das Problem zum Glück behoben und es kann weiter gehen.
03. Oktober 2008
Von Freunden bekomme ich aus dem Fundus der Eltern ein gebrauchtes und gut erhaltenes Zündschloss. Dankeschön.
Die merkwürdigen Bremspunktverlagerungen halten immer noch an. Einmal liegt der Druckpunkt recht weit oben, ein anderes mal kurz vor dem Bodenblech.
Ich bestelle mir bei Günni einen Satz neue Bremsbeläge als letzte Hoffnung. Denn Günni bietet als einziger, mir bekannter Händler, für den Fiat 500 L unterschiedliche Bremsbeläge bis Baujahr 1969 und ab Baujahr 1969 an. Alle anderen Beläge entsprechen nicht mehr dem Original, sondern sind ein Kompromissprodukt. Hoffen wir, dass es daran liegt.
Erfahren werde ich es wohl erst im kommenden Jahr, denn vorher werde ich die Beläge nicht mehr einbauen.
Kosten inklusive neuer Rückholfedern 50 EUR.
Stell dir vor, es wird November und keiner hat´s gemerkt: Ruckzuck ist diesjährige Fiat-Saison an uns vorübergezogen.
Schnell noch zum Abschluss ein paar Runden am letzten Tag der Saisonzulassung mit dem Kleinen drehen. Danach voll tanken und ab in den Winterschlaf.
Bis zum 01. März 2009.
Günter Markhofs Weihnachtsaktion mit täglich wechselnden Sonderangeboten verleitet mich dazu, noch einmal Geld auszugeben.
82,30 EUR wechseln den Besitzer für einen Satz Antriebswellen und einige Kleinteile.
Zum Jahresabschluss baue ich dann noch die Batterie aus und schließe sie an mein bei Aldi neu erworbenes Batterieerhaltungsgerät an.
Das Fazit für 2008 ist positiv! Die Investition in den 650er Motor hat sich definitiv gelohnt: das Auto ist so gut durchs Jahr gekommen, wie noch nie.
Gleichzeitig haben sich die Ausgaben trotz Kauf eines weiteren Ersatzmotors sehr dezimiert und zum ersten Mal seit wir den Fiat haben, lagen die Kosten weit unter 1.000 EUR im Jahr.
So kann es weiter gehen!
Gesamtkosten 2008: 595,20 EUR
Gesamtkosten (total): 11.046,47 EUR