Ausbau des Zylinderkopfes

 

 

 

 


kurzlebiges Projekt "Sportauspuff"

 

 

 

 


20.000 km auf der Uhr

 

 

 

 


Tour Europa 2007
Überquerung St. Gotthard

 

 

 

 


Mit Schlauchboot und Fiat in Ligurien

 

 

 

 


Hochzeit: natürlich mit 500er

 

 

 

 


Neu lackierter Motorraum

 

 

 

 


650ccm Polen-Motor

02. Januar 2007

Und es juckt schon wieder! Doch bis wir mit dem Kleinen fahren dürfen, sind ja noch zwei Monate hin. Also vergnügt man sich mit dem Schrauben am Fahrzeug.

Die Ventile müssen vor der nächsten Fahrt nämlich unbedingt noch eingestellt werden. Das empfohlene Intervall von 5.000 km wurde nämlich bereits wegen lauter Fahrfreude um 2.000 km überschritten.

Dazu wird schon einmal ein Ölwechsel gemacht, damit wir im März pünktlich mit frischem Öl in die Saison starten können.

Den im vergangenen Jahr verbauten Sportluftfilter entferne ich probeweise wieder und bringe den originalen an. Sollten aber wieder die gleichen Probleme wie 2006 auftreten, werde ich wohl wieder zur "Notlösung" greifen müssen. Hoffen wir mal das Beste.

Bei den Arbeiten fällt mir dann auf, dass an einem Krümmer Abgase abgeblasen werden. Als ich die Schraube festziehen möchte, merke ich, dass hier der Stehbolzen ausgerissen ist. Also erneuere ich noch schnell den Krümmer und ersetze ihn durch ein Altteil aus meinem Fundus.

 

12. Januar 2007

Die ersten Ausgaben für 2007 sind getätigt! 23 EUR wechseln ihren Besitzer für ein paar verchromte Haubenaufsteller.

Diese sollen dem Motor etwas mehr Kühlung bieten, wenn wir im Sommer bei wahrscheinlich heißen Temperaturen unsere große Reise nach Italien im Rahmen der Tour Europa antreten werden.

Und damit auch nichts schief gehen kann, wenn ich wieder einmal einen Plattfuß haben sollte, ergattere ich an diesem Tag auch noch einen leicht rostigen, aber funktionstüchtigen originalen Wagenheber bei Ebay. 3, 2, 1... meins für 14,41 EUR mit Versand.

 

18. Januar 2007

Stürmisches Wetter in Deutschland wegen Orkan Kyrill. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als zu Hause vorm Computer zu sitzen und bei Ebay Teile für den Fiat zu ersteigern.

Und so kommt es, dass ich für 14,90 EUR einen neuen, ungebrauchten Steuerkettensatz erwerbe.

 

21. Januar 2007

Die neuen Haubenaufsteller sind da. Glänzendes, blinkendes Chrom. Edles Metall. Doch die Freude verfliegt schnell, als es an den Einbau geht.

Zwar passen die Aufsteller hervorragend in die originale Motorhaubenbefestigung, doch lässt sich die Haube dann leider auch nicht mehr schließen, da der Verschlusshaken die Öse nicht mehr greifen kann. Er ist schlichtweg ein wenig zu kurz.

Alle Versuche, dies zu beheben u.a. durch Verwendung eines anderen Verschlusshakens sowie von Kabelbindern und Schlauchschellen zur Verlängerung der Öse schlagen fehl. Zudem sieht das Ganze dann zu verbastelt aus.

Also kommen die Teile wieder raus und gehen ab zu Ebay. Schade.

 

31. Januar 2007

Die ersten Vorbereitungen für die Tour Europa sind abgeschlossen: die Anmeldung ist erfolgt und der Teilnehmerbeitrag von 341 EUR bezahlt.

Für die Reise haben wir außerdem ein tolles 2-Sekunden-Zelt gekauft und die Ferienwohnung für unseren anschließenden Aufenthalt ist ebenfalls gebucht. Zurück fahren wir dann mit dem Autoreisezug ab Livorno, dessen Tickets wir auch schon vorliegen haben.

Jetzt heißt es nur noch warten bis zum 02. Juli!

 

02. Februar 2007

Heute kommt es zur ersten Fiat 500-Fahrt des Jahres. Nein, nicht mit unserem, denn der ist ja aufgrund des Saisonkennzeichens noch bis zum 01. März still gelegt. Vielmehr darf ich mit dem 500er unseres Freundes Helmut ein paar Runden drehen.

Und ich bin begeistert. Die 650ccm des Fiat 126, der in Helmuts Fiat sein Werk verrichtet begeistert mich derart, dass ich aussteige und nur sage "So etwas will ich auch!". Denn mit einem solchen Motor fährt es sich vor allem bergauf längst nicht so gequält wie mit den originalen 500ccm.

Also werde ich im Laufe des Jahres mal Ausschau halten nach einem 650ccm-Motor und dem dazu gehörigen Getriebe.

 

16. Februar 2007

Die Suche nach einem neuen Motor und einem 126er-Getriebe nimmt erste Formen an. Übers Forum bekomme ich eine gebrauchte Einheit aus einem 97er Fiat 126 elx für 350,00 EUR angeboten.

Nach langem Überlegen entscheide ich mich aber gegen den Motor, den ich zudem in den Niederlanden abholen müsste. Ausschlag gebend für diese Entscheidung war die doch eher bescheidene Ersatzteilversorgung für elx-spezifische Teile wie zum Beispiel der elektronischen Zündung.

Aber es eilt ja nichts!

 

01. März 2007

Pünktlich zum Saisonstart erhalte ich auch schon das nächste "Ersatzteil" für unseren Fiat: einen neuen Sportauspuff der Firma Fischer!

Diesen habe ich für 56,90 EUR übers Forum erworben und soll aber erst später Verwendung finden. Nämlich dann, wenn ich einen Fiat 126 Motor ergattert habe. Bis dahin muss der alte, verrostete und geschweißte Auspuff seine Dienste verrichten.

 

04. März 2007

Sonntag. Strahlend blauer Himmel. 14°C. Sonnenschein. Schönstes Fiat-Wetter. Voller Freude setzen wir uns in den Kleinen. Ich drehe den Zündschlüssel herum und starte das Auto. Oder vielmehr: ich versuche das Auto zu starten.

Denn es regt sich nichts. Frust. Alles ist tot. Keine Kontrolllampe leuchtet. Ich überprüfe die Verbindungen der Batterie, doch hier scheint alles in Ordnung. Eine anschließende Prüfung der Batterie zeigt, dass sie nur noch 6 Volt liefert, sodass klar ist, warum nichts mehr funktioniert!

Wir leihen uns von Helmut die Batterie aus seinem Fiat 500 F. Als ich sie anklemme ertönt direkt aus dem Fahrzeuginneren schönste italienische Musik, was auch erklärt, warum die Batterie leer ist. Das Radio ist wohl angewesen.

Gegen Abend und nach einer kleinen Tour geht es mir persönlich wieder besser. Den Abend kröne ich damit, dass ich bei Ebay ein paar Dachträger für 27,09 EUR ersteigere.

 

10. März 2007

Die Motorenaufhängung bekommt neue Gummibüchsen sowie eine neue Feder. Die benötigten Teile hierfür ja schon vor einiger Zeit bestellt.

 

15. März 2007

Der Verkauf der Haubenaufsteller bringt 23,50 EUR ohne Versandkosten. Nach Abzug von Versandkosten und Ebay-Gebühren verbleibt ein Gewinn von 22,63 EUR, sodass sich die Kosten für die nicht brauchbaren Haubenaufsteller letztendlich in Grenzen halten: 23 EUR Anschaffungskosten stehen 22,63 EUR Verkaufseinnahmen gegenüber.

 

16. März 2007

In der letzten Zeit stinkt es im Fahrzeuginnern nach einiger Fahrtzeit leider verstärkt nach Abgasen und verbranntem Öl. Selbst ein provisorisches Verstopfen des Heizungstunnels mit einem alten Handtuch hilft nicht, den Gestank abzuhalten.

Ursache sind wohl defekte Stößelrohrdichtungen. Das Öl läuft herunter, verdampft am Motorblock und am Auspuff und zieht über den Heizungstunnel und durch sonstige Ritze ins Fahrzeuginnere. Schmierstoffe aus 35 Jahren Automobilgeschichte, die schon seit Jahren im Mitteltunnel schlummern, tun ihr Übriges.

Aus diesem Grund soll demnächst der Motor komplett abgedichtet werden. Hierzu bestelle ich bei Günni Teile im Wert von insgesamt 101,29 EUR. Neben einem kompletten Motordichtsatz bekomme ich auch noch neue Stößelrohre, einen neuen Auspuffkrümmer und neue Heizungsschläuche sowie allerhand Kleinteile. Außerdem ordere ich die endlich lieferbaren Gummidichtungen für die Dreiecksfenster, welche ich zuvor schon mindestens zweimal vergeblich bestellt hatte.

 

20. März 2007

Heute beginnen Helmut und ich mit den Arbeiten zur Abdichtung des Motors. Schon beim Aufbocken mit meinem vor kurzem ersteigerten Wagenheber - angeblich einer für den Fiat 500 - erlebe ich die erste Überraschung. Der Wagenheber passt nicht in die Aufnahmen, was darauf hindeutet, dass er eigentlich für den Fiat 126 gedacht ist.

Nun gut. Die restlichen Arbeiten bei der Demontage des Zylinderkopfes, des Auspuffs und von Teilen des Lüftergehäuses gestalten sich dafür recht unproblematisch. Lediglich das etwas störrische, verklemmte Rohr um die Ölsteigleitung hält uns ein paar Minuten auf.

Danach geht es endlich daran, Ölschlämme und sonstigen Dreck erst einmal mit massig Bremsenreiniger zu entfernen. Der Motorblock erstrahlt in neuem Glanz!

Bei der anschließenden Säuberung des Brennraumes am Kopf treten dann zwei kleinere Risse zwischen Ein- und Auslassventil zu Tage. Hoffentlich sind diese nicht zu tief. Einen neuen Kopf wollte ich nämlich nicht unbedingt einbauen; der alte soll noch ein wenig seine Dienste verrichten.

Letztendlich entferne ich noch ein wenig probeweise den im Motorraum unansehnlich verteilten Teroson-Unterbodenschutz, was erstaunlich gut geht. Bei Langeweile werde ich diesen im Laufe des Jahres wohl einmal komplett entfernen.

Der Zusammenbau des Motors ist übrigens fürs kommende Wochenende vorgesehen.

 

23. März 2007

Weiter geht es mit dem Einbau des Zylinderkopfes, der neuen Dichtungen und Stößelrohre sowie der Montage des neuen Sportauspuffs. Denn der Fiat soll ja rechtzeitig zum Wochenende wieder auf die Straße.

Der Einbau des Kopfes gestaltet sich unspektakulär. Der Auspuff hingegen lässt sich an den unteren Haltern nicht richtig befestigen, sodass die Flex ran muss, um die Halterungen ein wenig anzupassen. Ebenfalls Probleme bereitet der neu bestellte Krümmer, da die Bohrungen nicht dort sind, wo sie eigentlich hingehören. Hier wird dann mit der Bohrmaschine Abhilfe geschaffen.

Nachdem noch der Vergaser gereinigt ist, heißt es nur noch schnell die Zündkerzen reindrehen und es kann wieder gefahren werden. Dies funktioniert dann bei der ersten Kerze noch recht gut. Doch dann erleben wir eine böse Überraschung: beim Eindrehen der zweiten Kerze reißt das Gewinde und die Kerze greift nicht mehr.

Sofort werden Erinnerungen an das erste Fiat-Jahr wach, als dreimal das Kerzengewinde herausgerissen war! Voller Frust bleibt nichts anderes übrig, als den Zylinderkopf wieder zu demontieren.

Am nächsten Morgen soll dann eine Werkstatt schnell passende Helicoil-Einsätze reindrehen, denn ein entsprechender Gewindeschneider fehlt leider in unserem Werkzeugsortiment.

Mittlerweile ist es 3 Uhr früh.

 

24. März 2007

Früh morgens um 9 geht es daran, eine Werkstatt zu finden. Beim dritten Versuch finde ich schließlich einen hilfsbereiten Zeitgenossen. Auch wenn der Werkstattmeister meint, den Kopf könnte man aufgrund der Risse eigentlich entsorgen, dreht er mir den Einsatz kostenlos rein.

Am Nachmittag geht es dann wieder an den Einbau des Zylinderkopfes. Dieses mal läuft (fast) alles planmäßig und um 18 Uhr rennt der Fiat wieder. Ein erster Belastungstest ist für den kommenden Tag bei einer kleinen Ausfahrt durch Rheinhessen zusammen mit anderen Fiat Fans aus dem Forum vorgesehen.

 

25. März 2007

Am Morgen drehe ich schon einmal ein paar Kilometer, bei denen sich auch prompt die erste Mutter der Auspuffhalterung verabschiedet. Kein Problem, neue drauf und kurze Zeit später nachgezogen!

Am Nachmittag geht es dann zur geplanten Tour. Diese meistert der Kleine ohne Probleme. "Er läuft einfach gut", denke ich und hoffe, dass es so bleibt.

 

26. März 2007

Und der Fiat läuft gut. Allerdings nur bis heute. Denn als Christina mich abholt, hat der Sportauspuff doch einen zu sportlichen Sound. Schuld sind ausgerissene Gewinde am vorderen Krümmer.

Dank einer ortsansässigen freundlichen Werkstatt kann ich mir Werkzeug zum Eindrehen von Helicoil-Einsätzen ausleihen. Abends werden diese eingebaut und es kann wieder on the road gehen!

 

28. März 2007

Und schon wieder röhrt der Auspuff enorm. Sind die Schrauben nicht mehr fest? Jein. Denn vorne ist noch alles in Ordnung. Allerdings hat sich hinten eine Schraube verabschiedet.

In halber Dunkelheit schraube ich fast eine Ewigkeit, bis ich den Auspuff wieder angezogen habe. Die Schrauben greifen gut. Das sollte es doch gewesen sein.

 

29. März 2007

Irgendwie klingt es immer noch so, als sei der Auspuff ein wenig undicht. "Wahrscheinlich ist nur die Dichtung ein wenig kaputt. Durchgebrannt, als sich die eine Schraube gelöst hat", denke ich.

Doch weit gefehlt. Die obere Schraube ist schon wieder weg. Und alle Versuche, sie fest zu ziehen, schlagen fehl.

Ich beschließe, den Kopf wohl oder übel wieder zu demontieren. Auf der Fahrt in die Garage verliere ich dann sogar den kompletten hinteren Krümmer als Folge meiner Faulheit, auch die Verbindung zwischen Krümmer und Auspuff noch einmal richtig festzuziehen.

Eine gute Stunde später bin ich wieder dort, wo ich bereits letzte Woche war. Ich stehe vor einem Fiat mit abgebauten Zylinderkopf. Der Einsatz für die Zündkerze hat sich außerdem aus dem Kopf herausgelöst und steckt auf dem Kerzengewinde.

Doch wie geht´s jetzt weiter? Soll ich einfach neue Gewindeeinsätze reindrehen? Oder den alten Zylinderkopf überholen? Oder von meinem Ersatzmotor den Kopf abbauen? Oder einen neuen, überholten kaufen?

Fragen über Fragen, die zunächst einmal unbeantwortet bleiben.

Das einzig positive dieser Woche ist, dass ich gelernt habe, einen Zylinderkopf aus- und wieder einzubauen.

 

30. März 2007

Ein vor zwei Jahren gekauftes, aber nie im Einsatz gewesenes Schloss für die Motorhaube versteigere ich bei Ebay und erhalte nach Abzug aller Kosten 10,03 EUR.

 

01. April 2007

Die Entscheidung um die Zukunft der Antriebseinheit ist gefallen. Der aktuelle Motor soll durch den im vorigen Jahr gekauften ersetzt und anschließend in Ruhe überholt werden.

Daher löse ich heute schon einmal alle Züge, Kabel und Leitungen von Motor und Getriebe, sodass der Motor im Laufe der Woche nur noch "herausgezogen werden muss". Außerdem baue ich schon einmal Benzinpumpe und Anlasser ab, da diese Teile ebenso fehlen wie die Lichtmaschine.

In drei Tagen soll es dann weiter gehen.

 

04. April 2007

Abends nach Feierabend geht es daran, den Motor herauszuziehen. Dies lässt sich zum Glück ohne größere Komplikationen meistern. Der Einbau wird dann die Tage folgen.

 

05. April 2007

Heute befestige ich schon einmal alle noch benötigten Anbauteile am neuen Motor. Lichtmaschine, Anlasser und Benzinpumpe finden ihren neuen Platz. Anschließend werden Motor und Getriebe wieder eingehängt und alles zum größten Teil auch wieder befestigt.

Jetzt heißt es morgen nur noch die restlichen Kabel anschließen, alle Schraubverbindungen anziehen, Ventile einstellen und starten. Und davor vor allem nicht vergessen, neues Öl einzufüllen.

 

06. April 2007

Voller Enthusiasmus begebe ich mich am heiligen Karfreitag zu unserem Olio, denn zum Osterwochenende soll er ja wieder auf die Straße!

Fix werden Ventile eingestellt und neues Öl eingefüllt, nachdem die noch ausstehenden Restarbeiten erledigt sind. Gespannt setze ich mich ins Auto!

Erstes Problem: Die Kupplung lässt sich nicht wie gewohnt durchtreten. Es ist kein Federweg zu vermerken, das Kupplungspedal geht einfach nur schwer zu treten und hängt dann lose herum. Aber gut, dies ist hoffentlich nur Einstellungssache.

Also begebe ich mich an die ersten Startversuche, womit Problem Nr. 2 auftritt. Der Motor will einfach nicht starten, obwohl er kräftig durchdreht. Auch die scheinbare Lösung des Rätsels, ein fehlender Kondensator am Verteiler helfen nicht wirklich weiter.

Jetzt heißt es aber erstmal durchatmen und überlegt neue Kraft tanken.

 

07. April 2007

Samstag morgens geht es dann aufgrund der bestehenden Probleme bereits früh um 7 Uhr ans Werkeln. Passanten, die regelmäßig an der "Schraubergarage" vorbei kommen, fragen mich, ob ich hier übernachtet hätte. Nein, habe ich nicht.

Übernachtet haben dafür die immer noch vorhandenen Probleme. Der Motor startet nach wie vor nicht, obwohl ich noch einmal alle Verbindungen und auch die Benzinpumpe überprüft habe. Auch ein Austausch des Vergasers bringt keine Besserung. Zudem lässt sich die Kupplung immer noch nicht korrekt durchtreten.

Um gezielter an die Probleme herantreten zu können, entschließe ich mich, den Motor erneut auszubauen. :( Das Getriebe lasse ich dieses Mal vorerst eingebaut und ziehe nur den Motor heraus.

 

08. April 2007

Ich baue den Motor wieder ein, was recht problemlos von statten geht. Die Kupplung stelle ich erneut ein und siehe da: sie funktioniert. Anspringen tut der Fiat aber nach wie vor nicht. Auch Lösungsansätze gem. "Jetzt helfe ich mir selbst" bringen mich nicht wirklich weiter.

 

09. April 2007

Auch heute versuche ich mich - leider vergeblich - als KFZ-Meister. Einen Zündfunken kann ich aber immer noch nicht herauszaubern.

 

11. April 2007

Neuer Tag, neues Glück. Mit Zündkerzen für 5,60 EUR aus dem örtlichen Motorradhandel soll der Motor endlich wieder zum Leben erweckt werden.

Aber leider rührt sich immer noch nichts. Nach eingehender Fehlersuche wird als Quelle der Verteilerdeckel bzw. der Verteilerfinger ausgemacht. Da entsprechende Neuteile nicht greifbar sind, muss ich wieder einmal bei Günni bestellen. Relativ entspannt und um 108,24 EUR ärmer aber um allerhand Krimskrams reicher, fliege ich erstmal für eine Woche nach Teneriffa in Urlaub.

 

22. April 2007

Mit neuer Kraft geht es wieder an den italienischen Patient. Doch voller Erstaunen passt der neue Verteilerdeckel für den 500 F nicht. Sollte etwa ein falscher Verteiler verbaut sein?

So muss es wohl sein. Geschwind tausche ich diesen gegen den des alten Motors und siehe da: der Motor startet ohne Probleme. Nun kann es los gehen, nachdem noch schnell die neuen Heizungsschläuche und der neu georderte Lüftungsschlauch montiert sind.

Beim Ablassen des Fiats von den Unterstellböcken kommt es dann zu einer kurzen Schrecksekunde! Nachdem eine Seite gelöst ist, springt der Fiat von den restlichen beiden Böcken.

Nur wenige Zentimeter entfernt von der Garagenwand kommt er mit einem großem Rumms zum Stehen; bereits befürchtete große Blechschäden bleiben aus.

Glück gehabt. Glücklich geht es ab auf die Straße, ein paar Runden drehen. Doch irgendwie scheint der neue Motor nicht die gewohnte Leistung zu bringen. Max. 80 km/h auf gerader Strecke und nur schleichend bergauf im zweiten Gang. "Liegt wohl an der Zündung", sage ich mir und mache mich auf zu Helmut, um diese korrekt einzustellen.

Dort angekommen erwartet uns allerdings bereits eine weitere Überraschung. Der Motor drückt massiv Öl an der Kurbelgehäuseentlüftung heraus. Was mag wohl die Ursache sein?

Doch zunächst soll einmal die Zündung korrekt eingestellt werden. Beim Anlassen des Motors aber treten wieder die gleichen Symptome auf wie zuvor. Es entsteht kein Zündfunke. Auch ein Auswechseln der Spule bringt nichts. Kurz vor dem Verzweifeln läuft der Motor wie von Zauberhand wieder an und die Zündung kann eingestellt werden.

Auf dem weiteren Weg drückt der Motor aber wieder so viel Öl heraus, dass wir uns entschließen, die "Kiste" erst einmal stehen zu lassen, um nach der weiteren Ursache zu forschen.

Der Verdacht fällt nach einer ersten Recherche auf defekte Kolbenringe. Dies würde bedeuten, dass der Motor abermals ausgebaut werden müsste. Gewissheit soll in den nächsten Tagen ein Kompressionstest bringen.

 

27. April 2007

Der bei Ebay ersteigerte Kompressionstester kommt trotz prompter Zahlung leider nicht rechtzeitig vor dem verlängerten Wochenende. Da der Fiat aber auf jeden Fall noch vor dem Maifeiertag fahren soll, schraube ich auf Gut Glück los.

Mein Plan ist es, den Zylinderkopf des neuen Motors zu demontieren und wieder in den alten Motor einzubauen. Freitags nach Feierabend beginne ich mit der Bastelei und zerlege den Motor, nachdem ich ihn ausgebaut habe. Neben dem Zylinderkopf müssen natürlich auch wieder Anbauteile wie Lichtmaschine, Benzinpumpe, Verteiler und Anlasser umgebaut werden.

 

28. April 2007

Der Samstag wird genutzt, um den "neuen alten" Motor wieder einzubauen. Auch wenn es etwas länger dauert, als gehofft, so bin ich doch recht stolz, dass der Motor am Abend wieder läuft, ohne großartig Öl herauszudrücken.

Zwar klingt der Motor etwas komisch, aber das sollte auch noch in den Griff zu bekommen sein. Ich bin erst einmal froh, dass er wieder so läuft wie vor den ganzen Umbaumaßnahmen.

Nebenbei vollendet der Tacho die 20.000 km-Marke.

 

30. April 2007

Da der Motor doch ein wenig Öl am Ventildeckel verliert, bekommt er kurzerhand noch neue Dichtungen spendiert. Dabei gehe ich auch noch einmal der Ursache auf den Grund, warum der Motor so seltsam klingt.

Dies ist schnell gefunden. Als ich das Ventilspiel messe, muss ich feststellen, dass dieses meilenweit vom richtigen Wert entfernt ist. Dieses habe ich anscheinend in einem Zustand geistiger Umnachtung total falsch eingestellt ist.

Nachdem ich es dann korrekt eingestellt habe, hört sich der Fiat Motor auch wieder an, wie ein Fiat Motor zu klingen hat.

Postiver Nebeneffekt: der Fiat läuft grandios! Durchzugsstark und schnell.

 

01. Mai 2007

Erster Härtetest für das neu zusammengebaute Triebwerk. Von Mainz aus soll es in die Südwestpfalz gehen und zurück. Rund 300 km am heutigen Tag sollten Klarheit bringen, ob alles hält.

Auf dem Hinweg höre ich vom Motorraum her ein seltsames Rasseln. Sofort habe ich das Thermostat in Verdacht, doch bei einem Stopp an der Tankstelle kann ich nichts auffälliges sehen.

Als wir aber an unserem Ziel ankommen, hat sich das Rasseln noch verschlimmert. Beim Öffnen der Motorhaub erkenne ich auf einen Blick die Ursache. Die Welle der Thermostatklappe hat sich verselbstständigt und liegt lose herum, sodass die Thermostatklappe lustig drauf los vibriert.

Da dies aber kein ernst zu nehmender Mangel ist, fahren wir unbekümmert weiter. Ein Austausch des kompletten Heizungskastens samt Thermostat in den nächsten Tagen sollte ja kein Problem darstellen. Immerhin muss ich sowieso am Fiat schrauben, da der Zylinderkopf nachgezogen werden muss.

 

03. Mai 2007

Mit gut zwei Monaten Verspätung geht es zur Abgasuntersuchung. 26,44 EUR für die Umwelt.

 

05. Mai 2007

Mit dem neu eingebauten Zylinderkopf sind wir mitterweile über 500 km gefahren. Zeit, den Kopf nachzuziehen, da dieser sich bei Neueinbau bekanntlich ein wenig setzt.

Soweit eigentlich auch kein Problem. Doch es kommt wie es kommen muss, keine Schrauberei ohne unvorhersehbare Überraschung. Beim Anziehen des Vergaser knackt es einmal, knackt es zweimal und dann ist das Tropfblech gesprungen.

Doch in meinem schier unendlichen Altteilfundus findet sich ein gebrauchtes, welches ich einbaue. Zumindest als Übergangslösung, denn so ganz optimal sitzt es nicht, wie sich später noch herausstellen soll - der Vergaser scheint leicht Falschluft zu ziehen. Aber das ist zum Glück kein größeres Drama.

Ebenfalls ausgewechselt wird der komplette Heizungskasten, damit das Gerappel an der Thermostaklappe endlich ein Ende hat.

In aller Schusseligkeit fahre ich anschließend los und vergesse, den Ölmessstab, den ich zuvor fein säuberlich auf den Auspuff gelegt hatte, wieder einzustöpseln. Folge: Ölmessstab verloren und Öl hinten rausgedrückt. Doch zum Glück habe ich aufgrund meiner langjährigen Erfahrung immer einen Ersatzölmessstab dabei und es kann weiter gehen.

Nachdem wir dann wieder ein wenig gefahren sind, bemerke ich, dass der Motor wieder ein wenig Öl herausgespuckt hat. Ich hoffe, dass ich lediglich ein wenig zu viel Öl aufgefüllt hatte, denn die letzten 500 km traten diese Probleme ja auch nicht auf.

Aber gut, wir werden sehen.

 

08. Mai 2007

Endlich bin ich Eigentümer eines originalen Fiat 500 Wagenhebers nach dem Pleitekauf im Januar. 18 EUR wechseln ihren Besitzer.

 

09. Mai 2007

Die Befürchtungen, der Motor würde wieder Öl herausdrücken, haben sich zum Glück nicht bestätigt. Da der Motor jedoch mit dem alten Tropfblech nicht so optimal rund läuft, kaufe ich kurzerhand ein neues. Inklusive neuen Dichtungen und Versand kostet das Ganze bei LineaRossa 12,45 EUR.

 

11. Mai 2007

Tolle Sachen gibt es bei Ebay! Für 14,90 EUR inklusive Versand ersteigere ich dort eine Sprühdose Lack mit meinem Wunschfarbton: natürlich türkisch blau 419.

Am gleichen Tag baue ich auch noch das neue Tropfblech ein. Dieses stellt sich qualitätsmäßig allerdings nicht als so großartig heraus. Das Überlaufröhrchen an der Seite ist zu weit innen angebracht, sodass es den Stehbolzen für die Vergaserbefestigung berührt.

Aber "die Axt im Haus erspart den Zimmermann". Ein wenig weg gefeilt und gut muss sein.

Gefeilt werden muss wohl auch am neu gekauften Wagenheber. Denn auch dieser lässt sich nicht komplett in die Wagenheberaufnahme einführen, obwohl explizit auf dem Heber für 110D, d.h. für den Fiat 500, vermerkt ist. Nun gut. Das gehört wohl so.

Anschließend fahre ich noch nach Bad Kreuznach, denn dort wartet ein neuer Fiat 500 Besitzer auf Hilfe. Nach kleineren Einstellarbeiten läuft dessen 500er aber wieder und wir drehen gemeinsam eine kleine Runde zum Italiener um die Ecke, der uns von waghalsigen 500er Rennen in Taormina, Sizilien erzählt.

 

18. Mai 2007

Unser Amtsblatt, das "Nachrichtenblatt aktuell", hat in seiner aktuellen Ausgabe einen kleinen Artikel über mich, Christina und natürlich unseren Olio veröffentlicht.


Nachrichtenblatt aktuell Nr. 20 vom 18. Mai 2007

Eine Fortsetzung des Artikels ist nach der Tour geplant...

 

25. Mai 2007

Ein Provisorium hält meistens besser und länger. So sagt man. Wenn das zutreffen würde, wäre der Gaszug, der seit dem Reißen im vergangenen Jahr nur mit einer Lüsterklemme befestigt war, nicht noch einmal gerissen.

Zum Glück reißt das Teil zu Hause im Hof, sodass ich auf die Schnelle beide Teile wieder mit der Lüsterklemme verbinden kann. Wird schon halten.

 

26. Mai 2007

Tut es auch. Aber leider nur einen Tag. Ausgerechnet auf einer Schnellstraße verabschiedet bergauf das Teil schon wieder. Nach zwei Versuchen und festem Zudrehen der Klemmschrauben geht es weiter.

Vielleicht sollte ich doch einmal darüber nachdenken, den Gaszug vor der Tour Europa auszutauschen.

 

01. Juni 2007

Ich wechsele den Gaszug aus. Extrem nervig dabei ist, dass ich wieder einmal den Heizungstunnel frei legen muss. Ich hasse diese Arbeit. Aber dafür sollte ich jetzt beruhigt nach Garlenda fahren können!

 

08. Juni 2007

Einen dienstlichen Besuch in der polnischen Partnergemeinde Glucholazy nutze ich, um mir endlich einen 650ccm Motor aus einem polnischen Maluch, der Lizenzbau des Fiat 126 zuzulegen.

Über das Forum hatte ich zuvor Kontakt mit dem Verkäufer aufgenommen. Für 145 EUR gibt es einen gebrauchten Motor mit ca. 60.000 km Laufleistung und dem dazu gehörigen Getriebe. Zusätzlich kaufe ich noch einen nagelneuen Vergaser für 55 EUR.

So zu sagen als Bonus gibt es noch einen Motordichtsatz, einen Vergaserdichtsatz, eine Membran für die Benzinpumpe, einen Keilriemen, ein Thermostat und einen Satz Getriebegummis.

Mit Trinkgeld zahle ich 200 EUR.

Die 10.000 EUR-Grenze bei den Gesamtausgaben rückt bedrohlich näher...

 

14. Juni 2007

Oh Schreck, oh Schreck. 10.000 EUR sind weg. Eine neuerliche Bestellung bei Günni führt die Gesamtausgaben seit dem Jahr 2002 über die 10.000 EUR-Grenze.

Für 173,32 EUR habe ich allerhand Kleinkram wie Verteilerkappe, Verteilerfinger u.ä. als Reserve bestellt. Den größten Teil nehmen jedoch sicherlich die neu bestellten Achsschenkel für insgesamt 120,00 EUR inklusive Pfand ein.

Zwar sind neue Achsschenkel noch nicht unbedingt notwendig. Doch die Tatsache, dass dieses Teil in Zukunft garantiert teurer wird, ist verantwortlich dafür, dass ich mir einen Satz auf Halde lege.

 

16. Juni 2007

Ein wenig Ölverlust an der Ölwanne? Eigentlich sollte ich ja über solchen Kleinigkeiten stehen. Doch mein sportlicher Ehrgeiz verleitet mich dazu, die Ölwannenschrauben ein wenig nachzuziehen.

Und wieder einmal passiert etwas Unvorhergesehenes: eine Schraube reißt ab. Ich hätte wohl doch besser alles so lassen sollen wie es war. :(

Vor lauter Frust schmiere ich das Loch einfach mit Knetmetall zu. Abgedichtet ist es zwar nun wie eine eins. Aber im tiefsten Innern bin ich mir sicher, dass ich diese Aktion irgendwann noch einmal bereuen werde.

 

20. Juni 2007

Die Tour Europa rückt näher! Nur noch rund 1 1/2 Wochen, dann geht´s endlich los. Von Mainz über Basel, Maroggia und Turin bis zum großen Treffen nach Garlenda! Als ersten Vorboten erhalten wir heute die Anmeldebestätigung für die Präsentation des neuen Fiat 500 unter dem Titel "500 x 500".

Zuvor sind nur noch wenige Vorbereitungen zu treffen. Am Wochenende werde ich zunächst die Achsschenkel noch einmal kräftig abschmieren. Dann geht´s an den Ausbau der Rückbank, um ein wenig mehr Stauraum zu erhalten. Und letztendlich wird einmal Probe gepackt.

 

21. Juni 2007

Die Rückbank ist ausgebaut und Grundutensilien wie Zelt, Stühle, Matratze und Schlafsack sind verstaut. Die Autobahnvignette für die Schweiz ist angebracht. Bald geht es gen Süden!

 

30. Juni 2007

Die Achsschenkel werden noch ein letztes mal abgeschmiert, der Ölstand kontrolliert. Der Fiat ist startklar. Tour Europa, wir kommen!

 

02. Juli 2007

Es geht los! Zeit für uns, endlich Teil der Tour Europa 2007 zu werden. Morgens um 10 Uhr starten wir bei nicht ganz so schönem Wetter zusammen mit einem weiteren 500 L, einem 500 F und einem Steyr-Puch.

Etwas mulmig ist uns schon angesichts der langen Reise von rund 1.000 km. Doch schon nach wenigen Kilometern, die wir gemütlich über die Autobahn rollen, entsteht Urlaubsstimmung und Zuversicht, dass der Kleine durchhalten wird!

An der Autobahnraststätte Baden-Baden treffen wir uns mit einem Fiat 500 Fahrer aus Vaihingen, der sich uns anschließt.. Mit fünf Autos geht es weiter Richtung Reinach (CH), wo wir zur Tour offiziell dazustoßen werden.

Beim Tankstopp in der Nähe von Freiburg sehen wir dann schon die ersten Vorboten der Tour. Vier Dänen, die sich von der Gruppe ein wenig separiert hatten...

In Reinach kommen wir gegen 17:30 Uhr noch vor der Tourgruppe an. Lediglich die beiden Australier, Bev und Lang Kidby, sind schon da. Etwas später kommt dann auch der Konvoi und wir bekommen einen ersten Eindruck, was uns die nächsten Tage erwarten könnte: bei einem Steyr-Puch ist ein Kupplungsdefekt aufgetreten, ein weiterer 500er hatte eine Kollision mit einem LKW.

Doch kräftige Schrauberorgien bis tief in die Nacht sorgen dafür, dass am nächsten Morgen alle Fahrzeuge wieder selbstständig ihre Reise fortsetzen können.

 

03. Juli 2007

Am Dienstag steht die härteste Etappe der Tour an: die Überquerung des Gotthard-Passes auf dem Weg von Reinach nach Maroggia (CH)!

In der Nacht ist dann auch ein befreundetes Ehepaar dazu gestoßen, welches nicht mit uns am 2. Juli starten konnte. Für beide bedeutet die Tour eine noch größere Herausforderung als für uns. Denn die Tour Europa ist die Jungfernfahrt des frisch restaurierten Fiat 500. Doch bis auf verlorene Stehbolzen der Auspuffhalterung hat der 500er die erste Etappe gut gemeistert.

Dennoch hoffen wir, dass wir von solchen Pannen, auch wenn sie nichts Schlimmes darstellen, verschont bleiben.

Unser "Olio" läuft auch an diesem Tag wieder einwandfrei. Selbst der Aufstieg zum Gotthard-Pass, bei dem ein Führungsfahrzeug wegen Getriebeschaden ausfällt, verläuft ohne Probleme.

Und auch, wenn sich das Wetter drastisch mit jedem Höhenmeter verschlechterte, so hat sich die Fahrt über den Pass am Ende in jedem Falle gelohnt und war allemal besser, als durch den 17 km langen Tunnel zu fahren.

Auch am Abend heißt es auf dem Campingplatz wieder Schrauben, Schrauben, Schrauben. Gebrochene Kolbenringe, defekte Getriebe, nicht funktionierende Lichtmaschinen und, und, und. Alles muss wieder auf Vordermann gebracht werden.

Wir hatten zum Glück wieder keine Panne. Unser Fiat schlägt sich wacker!

 

04. Juli 2007

"500 meets 500". So heißt das große Treffen in Turin, das anlässlich der Präsentation des neuen Fiat 500 von Fiat und dem Fiat 500 Club Italia organisiert worden ist.

Mit Polizeigeleit fahren wir in Turin ein und werden zunächst zum Campingplatz geführt. Ganz reibungslos läuft es für uns allerdings nicht ab, denn unser Vergaser spielt ein wenig verrückt: im Stand droht stets der Motor auszugehen. Da der Motor aber mit gezogenen Choke recht ordentlich läuft, ist uns das zunächst egal.

Am späten Nachmittag sollen die Fahrzeuge der Tour Europa auf der Piazza Vittorio Veneto geparkt werden, wo sie als Dekoration - angeblich bewacht - dienen sollen. Zuvor bekommen wir noch die offizielle Treffentüte mit tollen Sachen: Schlüsselanhänger, Fiat 500 Buch, T-Shirt, Mütze, Schlüsselband, offizielle Fiat 500 Briefmarke und vielem Mehr!

Auf geht´s zur Präsentation unserer Schmuckstückchen!

Die Bewachung auf der Piazza existiert allerdings nicht wirklich. Zehntausende Menschen tummeln sich auf dem Platz und machen sich ringsum breit, ohne wirklich Rücksicht auf die umherstehenden Fiat zu nehmen. Auch wenn kein Schaden am Auto entsteht, wohl ist uns in dem Getümmel nicht und wir sind froh, als die Veranstaltung gegen 24 Uhr zu Ende ist.

 

05. Juli 2007

Das Turiner Treffen geht weiter mit einem großen Meeting in der Nähe des Mirafiori Motor Village. Die Fahrt dorthin erfolgt wieder durch Unterstützung der Turiner Polizei.

Dort sind viele interessante Fahrzeuge zu sehen. Von "Luigis" über Pick-Ups und Stretch-Limos bis hin zu den großartigsten und auch abartigsten Umbauten.

Höhepunkt an diesem Tag ist für mich aber die Fahrt auf der Mirafiori Teststrecke zusammen mit 100 anderen Fiat 500. Grandios.

Video:

Die Rückfahrt zum Campingplatz erfolgt dann wiederum mit Polizeigeleit und einem Kuriosum. Die Polizisten sind wohl nur befugt, uns zum Campingplatz zurückzuführen. Dabei passieren wir unseren nächsten Programmpunkt, das Fiat Museum, ohne Anzuhalten.

Die anschließende Fahrt zum Museum endet in einem totalen Verkehrschaos, sodass wir uns nach 30 min Fahrt im Stau entschließen, die Besichtigung ausfallen zu lassen.

Der Abend klingt dann beim gemütlichen Beisammensein aus. Vom Campingplatzbetreiber werden übrigens alle teilnehmenden Nationen mit ihrer Nationalhymne begrüßt, wobei die deutsche mit der ersten Strophe "Deutschland, Deutschland über alles..." vertont ist.

 

06. Juli 2007

Der letzte offizielle Tag der Tour Europa steht an. Von Turin geht es nach Garlenda zum jährlichen Meeting des Fiat 500 Club Italia. Mit über 140 Fiat 500 rollen wir gemeinsam zum 24. Treffen ein, bei dem in diesem Jahr weit über 1.000 Fahrzeuge erwartet werden.

Nachdem wir angekommen sind, kontrolliere ich endlich den Vergaser. Lockere Schrauben sind die Ursache für Falschluft. Nachdem diese angezogen sind, ist alles wieder paletti und Christina und ich machen uns auf zu einer kleinen Testfahrt ans nah gelegene Meer.

Abends schlendern wir noch kurz über den Teilemarkt, bevor ein köstliches Vier-Gänge-Menü auf dem Treffenplatz den offiziellen Abschluss der Tour Europa bildet.

Auch in Garlenda gibt es wieder eine schöne Überraschungstüte, ebenfalls vollgepackt mit tollen Sachen (anderer Schlüsselanhänger, das gleiche T-Shirt, das gleiche Buch...).

 

07. Juli 2007

Bislang sind wir ohne (wirkliche) Panne ausgekommen, was uns schon fast unheimlich vorkommt. Umso mehr achten wir auf auffällige Geräusche.

Und tatsächlich: ein Brummen von der Hinterachse, das schon seit längerer Zeit leicht zu vernehmen ist, ist lauter geworden. Ursache sind wohl defekte Radlager. Aber da der Teilemarkt ja vor der Tür ist, kaufe ich bei Günni zwei neue Radlagersätze für insgesamt 60 EUR.

Bei der italienischen Konkurrenz bekomme ich außerdem Dichtungen für die Rücklichtgläser, die hierzulande nicht mehr lieferbar sind. Für nur 10 EUR kaufe ich sofort welche.

Den Abend lassen wir schließlich in unserer Kleingruppe ausklingen. Leider vermiesen lange Wartezeiten bei dennoch köstlicher Pizza ein wenig die Stimmung. Schade...

Diese wird meinerseits dann auch noch durch ein kleines technisches Problem getrübt. Bei ausgeschalteter Zündung und abgezogenem Schlüssel leuchtet auf einmal die Ladekontrollleuchte. Seltsam.

Ich klemme die Batterie ab und gehe erst einmal schlafen.

 

08. Juli 2007

Erste Amtshandlung am Morgen ist, die Batterie wieder anzuklemmen. Und siehe da: das Generatorlämpchen ist erloschen. Ich freue mich, dass alles wieder in Ordnung zu sein scheint und steige ins Auto, um zum großen Abschluss des Fiat 500 Treffens, der Parade der Nationen, zu fahren.

Doch die Freude ist sogleich wieder weg, als das Generatorlämpchen nun bei laufendem Motor gar nicht mehr ausgehen möchte.

Uns bleibt nichts anderes übrig, als die Lichtmaschinenkohlen zu überprüfen. Und tatsächlich ist nach leichten Einbauschwierigkeiten danach auch wieder alles OK.

Die Parade ist allerdings vorbei und wir schaffen es nur noch, kurz vor Toreschluss zum Teilemarkt zu kommen, wo wir uns ein neues Frontlogo kaufen, da ich beim alten bei einer heftigen Putzorgie den Chrom wegpoliert habe. Kostenpunkt 7 EUR.

 

09. Juli 2007

Als könnten die Hiobsbotschaften nicht endlich ein Ende nehmen, fällt mir auf, dass der Fiat vorne ein wenig zu tief herunter hängt, fast so wie bei einer Tieferlegung.

Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass das Vorderrad auch ein wenig Spiel hat. Ursache ist wohl ein ausgeschlagener Querlenker.

 

10. Juli 2007

Hierdurch wieder sensibilisiert für Defekte, bemerke ich, dass der Pedalweg der Bremse wieder länger wird und die Reparatur im letzten Jahr wohl nur von vorübergehender Dauer war. Hier werde ich wohl demnächst wieder eine Werkstatt aufsuchen müssen.

Bremsdruck ist jedoch da, sodass wir uns keine Sorgen machen müssen.

Am Abend kontrollieren wir noch einmal das Radspiel, wobei auffällt, dass eine Schraube an der Aufhängung ein wenig locker ist. Nachdem diese angezogen ist, ist auch das Rad wieder einigermaßen spielfrei.

Ich beschließe, dass die komplette Vorderradaufhängung mitsamt Blattfeder und Stoßdämpfern nach dem Urlaub erneuert werden soll.

Und es kommt noch etwas dazu: der Vergaser tropft im Stand noch ein wenig nach. Evtl. hängt das Schwimmernadelventil ein wenig. Doch das ist ja zum Glück nichts Tragisches.

 

11. Juli 2007

Auch wenn es sich ein wenig anders anhört, der Fiat läuft im Großen und Ganzen sehr gut. Bei einer gemütlichen Tour spendieren wir im daher einen Ersatzschlüssel für das Zündschloss und für die Tür. 9 EUR im italienischen Eisenwarenhandel.

 

13. Juli 2007

Freitag, der 13. Viele Dinge mysteriöse Dinge sollen an so einem Tag passieren. Auch unser "Olio" muss dies erfahren. Denn wie von Zauberhand ist das komplette Thermostat verschwunden.

 

14. Juli 2007

Wir verlassen unsere Ferienwohnung in Alassio und fahren nach Moneglia zu einem wunderschönen Campingplatz direkt am Meer, welche man durch einen ehemaligen Eisenbahntunnel erreicht.

Die Freude wird allerdings durch eine (fast) schlaflose Nacht getrübt. Denn ausgerechnet am Samstag wird der ganze Ort die halbe Nacht durch eine Stranddisco beschallt.

 

15. Juli 2007

Um ausgeruht zu sein, verbringen wir - nur noch zwei Fiats, alle anderen mit uns gestarteten hatten ja bereits die Heimreise angetreten - die Nacht in einem Hotel in Lucca. Elf Stunden Schlaf sind eine Wohltat.

 

16. Juli 2007

Mit dem DB-Autozug geht es von Livorno nach Neu-Isenburg. Hinter einem Ferrari machen unsere Fiats dabei eine sehr gute Figur.

 

17. Juli 2007

Zwei Wochen sind vorüber. Die Tour Europa und der Urlaub vorbei. Die Rückfahrt von Neu-Isenburg verläuft wie erwartet problemlos. Nachdem der Fiat entladen ist, wird er gewaschen und ausgesaugt.

Beim Ausladen wundern wir uns noch einmal, was wir in unserem Bomber alles transportiert hatten. Vom Zelt über die Kühlbox bis zum Schlauchboot war alles dabei, wie auch das nachfolgende Bild dokumentiert. Und ja, es hat wirklich alles ins Auto gepasst!

Als Fazit kann man sagen, dass der Kleine wirklich toll gefahren ist und wir ohne größere Probleme über 2.000 km in zwei Wochen zurückgelegt haben.

Und die bemerkten Schäden waren wohl auch vor Tourbeginn schon da und sind nur aufgrund der täglichen "Nähe" zu unserem Auto aufgefallen.

Alles in allem, ein einmaliges, unvergessliches Erlebnis!

Mehr Bilder zur Tour gibt es übrigens hier.

 

04. August 2007

Ich beginne mit den ersten Vorbereitungsarbeiten für den Einbau des 650er-Polen-Motors. Vor dem Einbau möchte ich diesen nämlich zunächst neu abdichten.

Der Zylinderkopf ist schnell demontiert, was ich nicht zuletzt der wilden Schrauberei Anfang des Jahres zu verdanken habe. Ich erneuere die Stößelrohrdichtungen und die Zylinderkopfdichtungen. Nun muss ich nur noch den Vergaser reinigen, bzw. gegen den neuen ersetzen, sowie einen Auspuff montieren.

Eventuell werde ich einen neuen Versuch wagen, den vorhandenen Sportauspuff zu montieren. Doch dieser muss dann erst noch ein wenig angepasst werden, spannungsfrei würde er im jetzigen Zustand jedenfalls nicht sitzen.

Anschließend heißt es nur noch, Achswellen am Getriebe austauschen, Motor einbauen und über 5 zusätzliche PS freuen.

 

05. August 2007

Weiter geht´s mit der lustigen Schrauberei am Polen-Motor: Lüfterbleche wieder dran und Ventile eingestellt.

Auch an unserem Fiat gibt es wohl mal wieder etwas zu schrauben. Denn der Motor springt im warmen Zustand erstaunlich schlecht an.

 

06. August 2007

Die Ursache für das schlechte Anspringen lag wohl am Kontaktabstand, der so ziemlich gegen null tendierte. Nachdem dieser korrigiert worden ist, scheint der Motor wieder besser zu starten.

Außerdem macht unser "Olio" seinem Namen mal wieder alle Ehre. Ölverlust an der Ölwanne. Hört das denn nie auf?

Nun gut. Da ja sowieso bald ein anderer Motor rein soll, begnüge ich mich derzeit mit häufigem Abwischen, um die Größe der Ölflecken etwas in Grenzen zu halten. :)

 

11. August 2007

Noch eine Woche, dann wird geheiratet! In der Mainzer Allgemeinen Zeitung veröffentlichen wir schon einmal unsere Hochzeitsanzeige. Natürlich stilecht mit Fiat 500, der kommenden Samstag auch als Brautauto dienen wird.

Doch zuvor geht es heute erst einmal nach Bad Nauheim, wo in herrlichem Ambiente das erste Hessentreffen "Fiat 500 and Friends" stattfindet. Direkt am Hotel "Dolce" dürfen wir unsere Fiats mit Blick Richtung Kurpark abstellen. Schön. :)

In netter Runde treffen wir auch viele Garlendafahrer wieder und tauschen Erinnerungen an eine tolle Tour aus.

 

14. August 2007

Rad ab? Nein. Noch ist es dran, aber genau wie in Italien hat sich wieder die Mutter der Querlenkerbefestigung gelöst.

Ich ziehe das Teil noch einmal provisorisch fest. Nach den Flitterwochen wird´s dann richtig gemacht.

 

18. August 2007

Christina und ich heiraten! Nachdem es die letzten Tage mit dem Wetter eher schlecht aussah, herrscht nur strahlender Sonnenschein. Unser Fiat ist natürlich das Brautauto.

 

22. August 2007

Während unseren Flitterwochen in New York bekommen wir zumindest im Museum of Modern Art einen Modell-Fiat 500 als Teil einer künstlerischen Installation zu sehen.

Ansonsten gibt es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten (leider) nur extrem große Autos...

 

15. September 2007

Für den geplanten Einbau des neuen Motors benötige ich noch einige Ersatzteile. 149,32 EUR gehen an den Ersatzteilhändler meines Vertrauens.

Unter anderem bekomme ich hierfür ein neues Paar Ruckdämpfer, einen Achswellensatz, Auspuffhalter und anderen Kleinkram.

 

16. September 2007

Die Ruckdämpfer baue ich schon vorab ein, da ich irgendwie die Befürchtung habe, dass die alten bald abreißen werden. Und in der Tat sehen diese auch nicht mehr wirklich gut aus.

Beim Ausbau stelle ich fest, dass die falschen Muttern für die Befestigung der Ruckdämpfer angebracht sind. Statt Kronenmuttern, die mit Splinten gesichert werden, sind "normale" verwendet worden. Mangels richtigen Kronenmuttern befestige ich die Ruckdämpfer mit den vorhanden.

Doch bereits nach rund 50 km Fahrt merke ich, dass der Fiat instabil läuft.Das Hinterrad hat enorm viel Spiel. Anscheinend hat sich die Mutter, wie fast zu erwarten war, wieder gelöst...

 

17. September 2007

Bei einbrechender Dunkelheit und ohne Licht in der Garage schaue ich mir die Sache noch einmal näher an. Und in der Tat, konnte man die Befestigungsmutter mit der Hand lösen. Keine schöne Sache!

Mir bleibt nichts anderes übrig, als erneut bei Günni Teile zu ordern.

 

20. September 2007

Die Teile sind da! Sofort werden die Ruckdämpfer mit den Kronenmuttern befestigt und anschließend per Splint gesichert. Dabei fällt mir auf, wie sehr doch die Radlager schleifen und übelste Geräusche von sich geben.

Das muss wohl bald gemacht werden...

Ach ja. Kosten für die Ersatzteile 15,65 EUR.

 

30. September 2007

Endspurt. Nur noch einen Monat, bis der Fiat in den Winterschlaf kommt und in dieser Zeit technisch ein wenig überholt werden soll. Bis dahin soll noch ein wenig gefahren werden. Doch was ist das? Irgend etwas klingelt wie verrückt im Motorraum.

Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass sich wieder einmal etwas los vibriert hat. Dieses mal hat es eine der beiden Auspuffhalterungen erwischt. Das lose Stück war für das Klingeln verantwortlich.

Da der Auspuff auch so noch relativ stramm sitzt, mache ich erst einmal nichts. Den einen Monat sollte das auch so gehen.

Was noch? Die Dichtung des Kurbelfensters löst sich mal wieder. Ein wenig Klebeband herumgewickelt, um die Dichtung zu verstärken und schon klemmt sie sich wieder fest.

 

05. und 06. Oktober 2007

Meine Versuche, den seit einigen Wochen sehr schwergängigen Kupplungszug mit WD-40 Sprühöl wieder einwandfrei funktionsfähig zu bekommen, bringen leider genau so wenig, wie der komplette Aus- und wieder Einbau des Zuges.

Es scheint, als würde der Zug irgendwo haken, aber ich kann nichts finden. Evtl. liegt das Problem ja in der Kupplung selbst.

Und da ich gerade am Schrauben bin, ziehe ich wieder einmal die sich am Querlenker lösende Mutter fest. Aber dieses mal mit dem erforderlichen Drehmoment.

 

11. Oktober 2007

Zum zweiten mal in diesem Jahr berichtet das Nachrichtenblatt aktuell für die Verbandsgemeinde Nieder-Olm über uns und unseren Fiat.

In einem ganzseitigen Artikel wird im Nachgang zum Bericht vom 18. Mai über die Tour Europa berichtet.

Lesen kann man ihn hier.

 

14. Oktober 2007

Wunderschönes Oktoberwetter bei strahlend blauem Himmel lädt ein zu einer schönen Saisonabschlussfahrt.

Gemeinsam mit rund zehn anderen Fiat 500 geht´s durch Rheinhessen nach Wöllstein zur Pizzeria Italia, wo wir die großartige Holzkohleofenpizza genießen können.

Die anschließende Tour führt uns zurück nach Stadecken-Elsheim zu einem netten Abschluss im Weingut Mengel-Eppelmann.

Ein schöner Tag.

 

27. Oktober 2007

Fast vier Monate nach der Präsentation des neuen Fiat 500 ist dieser auch in Deutschland erhältlich. Dies gibt uns Anlass, gemeinsam mit 500er-Freunden aus der Region zu einem Fiat-Händler nach Aschaffenburg zu fahren.

Dort ist allerdings weniger Rummel als erwartet. Entgegen dem riesigen Turiner Spektakel fällt die Präsentation hierzulande recht spärlich aus.

Auf der Hinfahrt kommt es mit unserem Fiat leider zu Komplikationen. Auf der Autobahnfahrt hat der Motor kurze Zündaussetzer.

Am Ziel angekommen ist der Verdächtige sofort ausgemacht: ein kleines Kabel von der Zündspule zum Verteiler sitzt recht locker. Das sollte es wohl gewesen sein.

Doch die erste Testfahrt endet bereits nach 200 m. Der Motor geht aus und will überhaupt nicht mehr anspringen.

Wie wir feststellen müssen, kommt kein Zündfunke mehr durch. Ursache? Unbekannt.

Doch nach zweimaligem Abziehen der Zündkabel und der Verteilerkappe fährt der Kleine wieder und meistert sicher eine wunderschöne Rundfahrt durch den Spessart sowie die anschließende Heimfahrt.

Das dürfte dann auch die letzte große Tour des Jahres gewesen sein, denn am 31. Oktober endet die Saison für uns ohnehin und bereits ab Montag soll mit dem Umbau des Motors und den Reparaturen am Fahrwerk sowie den Radlagern begonnen werden.

Immerhin haben wir mit dem Kleinen in diesem Jahr wieder knapp 8.000 Kilometer hinter uns gebracht!


Christina und ich im neuen Fiat 500 Sport.

 

28. Oktober 2007

Fast wäre es dazu gekommen, dass wir unseren Fiat zum Verkauf angeboten hätten. Denn bei Ebay wird ein kompletter, zwar noch zerlegter, aber ansonsten großartiger Fiat 500 N, Baujahr 1959 versteigert, den wir gegen unser Fahrzeug, wenn auch schweren Herzens, eingetauscht hätten.

Noch wenige Sekunden vor Ablauf der Aktion steht er bei 2.510 EUR, einen Preis, den wir durchaus bereit sind, zu zahlen.

Doch in den letzten Sekunden wird die 4.250 EUR-Marke geknackt und der Fiat 500 N geht an einen anderen Besitzer.

 

29. Oktober 2007

Letzte offizielle Fahrt für dieses Jahr: Ich bringe den Fiat zu Helmut, in dessen Garage, wo wir die anstehenden Winterarbeiten durchführen möchten.

Dort bocken wir den Fiat auf und bauen in knapp einer Stunde Motor und Getriebe aus.

Die Schraubereien vom Jahresanfang haben sich in dieser Hinsicht also positiv auf die Arbeitsgeschwindigkeit ausgewirkt: die Handgriffe sind bekannt!

Nachdem die Antriebseinheit ausgebaut ist, fällt auf, dass die Bremsleitung des rechten Hinterrades leicht von der Hinterachsfeder touchiert wird. Auch das muss genau wie die defekten Radlager sowie die ausgeschlagenen Querlenker in den nächsten Wochen behoben werden.

Eventuell werde ich auch ein paar Roststellen mit Rostumwandler behandeln, um den Blechen ein längeres Leben zu ermöglichen.

Es gibt viel zu tun!

 

02. November 2007

Ich befreie den Motorraum mit Spachtel und Heißluftfön ein wenig von dem Antidröhn-Teer-Wasweißich-Material, um ihn später in Wagenfarbe lackieren zu können. Anschließend geht´s an den Ausbau der hinteren Radlager.

Ohne größere Probleme können diese ausgebaut werden. Danach kommt der Schaden und die Ursache des lauten Schleifgeräusches zu Tage: eine Lagerschale ist komplett angefressen und weist sehr tiefe Riefen auf. Lange hätte diese wohl nicht mehr mitgespielt.

Schuld ist wahrscheinlich ein fehlender Abstandsring, der unbedingt ersetzt werden muss.

Und ein weiterer Defekt kommt zu Tage: die hinteren Radbremszylinder sind undicht.

 

03. November 2007

Erster Schock am Morgen. Der benötigte Abstandsring für die Radlager ist bei keinem Ersatzteilhändler mehr erhältlich. Auch übers Forum ist kein Ersatz zu beziehen.

Da ein Einbau ohne dieses Ringes aber unter keinen Umständen möglich ist, da dies die Radlager wieder schädigen würde, muss wohl oder Übel Ersatz aus einem 126er-Schlacht-Fiat besorgt werden.

Den Motorraum befreie ich noch mehr von seiner Teersauerei, damit er bald in neuem Glanz erstrahlen kann. Irgendwie kommt es mir bei dieser mühseligen Arbeit vor, als würde ich überhaupt nicht voran kommen.

Anders beim Wechsel der Antriebswellen. Zusammen mit Helmut wird das Differenzial zerlegt und die neuen Wellen implantiert.

Den Einbau übernimmt dankenswerterweise Helmut, während ich mich bei einem leckeren Essen vergnüge. :)

Allerdings kommt es auch hier wieder zu kleineren Schwierigkeiten. Die neuen Schiebestücke des Achswellensatzes mit den Gummimanschetten scheinen nicht korrekt zu passen.

 

05. November 2007

Für 40 EUR bestelle ich bei einem Ebay-Verkäufer einen halben Liter türkisch-blau 419 Autolack in Rollenqualität sowie dazu passende Grundierung.

 

07. November 2007

Neues Getriebeöl und Bremsflüssigkeit kosten 23,30 EUR.

08. November 2007

Neue Bremsschläuche und Leitungen, Ersatz für die defekten Radbremszylinder, eine neue Doppelzündspule sowie eine Felge für das Ersatzrad und ratzfatz bin ich 159,94 EUR los.

Damit ist mein Ziel, die 1.000 EUR Marke einmal nicht zu sprengen, abermals gescheitert...

Daran wird letztendlich auch die Tatsache nichts ändern, dass ich die Felge aufgrund von Qualitätsmängeln (Lackeinschlüsse und unebene Oberfläche) wieder zurückgeben möchte. Denn verglichen mit den vor zwei Jahren gekauften Felgen, wirkt diese keineswegs wie eine neu hergestellte, sondern eher wie eine schlecht aufgearbeitete, alte Felge.


Oberflächenschäden der bestellten Felge

 

09. November 2007

Die bestellte Felge wird wieder zurück geschickt, die Ausgaben verringern sich demzufolge um 42 EUR.

Weiter geht´s heute auch mit den Lackierarbeiten im Motorraum. Diesen schleife ich zunächst mit Schmirgelpapier ab und streiche ihn danach mit Grundierung...

 

10. November 2007

... bevor ich ihn schließlich in türkisch-blau 419 anstreiche.


Teerpampe abgekratzt...


... und zunächst grundiert.


Vorsicht: frisch gestrichen!

Außerdem baue ich an einem zu schlachtenden Fiat 126 den fehlenden Abstandsring des Radlagers aus und implantiere ihn in unseren "Olio"

 

12. November 2007

Nicht nur der Motorraum soll zukünftig schön aussehen, nein auch die Dreieckslenker können einen neuen Anstrich, allerdings mit schwarzem Rostschutzlack, vertragen.

Während die Farbe trocknet, baue ich die hinteren Radbremszylinder aus.

 

13. November 2007

Und weil´s so viel Spaß macht, streiche ich auch an diesem trüben Novembertag munter weiter.

 

19. November 2007

The same procedure as last week. Malen, malen und nochmals malen.

 

22. November 2007

71,54 EUR gehen drauf für eine neue Ölwanne, einen Satz Querlenker, Anlasserzug und eine Getriebedichtung.

 

24. November 2007

Damit der Motor nächstes Jahr auch einigermaßen öldicht ist, wechsele ich noch die Ölwannendichtung sowie die beiden Kurbelwellensimmeringe.

Gewechselt werden muss auch unsere Oldtimerversicherung. Denn diese hat den Vertrag für das kommende Jahr überraschend gekündigt, weil man sich aus dem Kaskogeschäft zurückzieht.

 

26. November 2007

Weiter geht es mit der munteren Bastelei. Die hinteren Bremsschläuche und die eingequetschte Bremsleitung werden von mir entfernt.

Den Heizungstunnel öffne ich, um einen neuen, längeren Anlasserzug einzubauen. Dies nehme ich gleichzeitig zum Anlass, den Tunnel mit einer Dose Bremsenreiniger gründlich zu säubern, damit der Fiat beim Betrieb der Heizung nicht mehr ganz so stark nach verbrannten Schmierstoffen riecht.

 

27. November 2007

Schneller als gedacht, finde ich eine neue Oldtimerversicherung. Der Vermittler VCS in Hamburg, macht mir ein Angebot, das rund 30 EUR unter dem unserer alten Versicherung liegt.

Einfach unschlagbar: 76,66 EUR für Haftpflicht und Teilkasko!

 

01. Dezember 2007

Der gereinigte Mitteltunnel wird wieder verschlossen: eine Arbeit, die ich wirklich hasse. Allzu hoft habe ich hier schon herumgeschraubt, um Züge o.ä. zu wechseln. Und es nervt irgendwie jedes mal.

Beim Zusammenbau hakt dann auch noch der Chokezug, da er sich verkantet hat. Damit er nicht nach kürzester Zeit abreißt und ich das ganze Zeug nicht noch einmal aufschrauben muss, baue ich gleich einen neuen ein.

Interessanter ist da schon das Verlegen der neuen Bremsleitungen, denn die starren Leitungen müssen zunächst noch zurechtgebogen werden, bevor man sie anbringen kann.

Zum Abschluss des Tages befestige ich noch die Bremsankerplatte und die Radlagergehäuse.

In der Zwischenzeit hat sich Helmut schon einmal an die Überholung der Benzinpumpe gemacht.


Fiat Innenraum ohne Teppich: nicht wirklich schön.

 

6. Dezember 2007

Die neuen Radbremszylinder werden montiert.

 

07. Dezember 2007

Die Benzinpumpe wird mit einer neuen Membran versehen und anschließend eingebaut.

Die Zündkerzen werden anschließend hereingedreht, was bei einem Zylinder etwas schwergängig geht. Hoffentlich nicht schon wieder Probleme mit den Kerzengewinden. Doch letztendlich greift die Kerze doch richtig.

Der Sportauspuff, der bereits Anfang des Jahres für ein paar Kilometer montiert war und aufgrund der nicht spannungsfreien Montage für abgerissene Krümmer gesorgt hatte, wird wieder eingebaut. Und siehe da: auf dem 126er Motor sitzt er fast perfekt!

Es stellt sich allerdings heraus, dass ich vor kurzem falsche Auspuffhalter bestellt hatte. Diese passen wohl nur beim Serienauspuff, nicht aber bei einem Sportauspuff mit verändertem Topf.

Den ausgebauten Verteiler montieren wir nach "gut Gefühl". Mal sehen, ob´s läuft.

Zum Abschluss befüllen wir den Motor noch mit frischem Öl und gönnen uns ein schönes "Hacker-Pschorr-Feierabendbier".

 

09. Dezember 2007

Motor und Getriebe werden zusammengefügt, was allerdings anfangs aufgrund der mangelnden Kupplungszentrierung (diese hatten wir nur nach Augenmaß beim Zusammenbau zentriert) nicht wirklich auf Anhieb klappt. Nach ein paar Versuchen sitzt aber alles.

Die Hinterradbremsen montiere ich auch noch.

Jetzt müssen nur noch die Ruckdämpfer eingebaut und das Radlagerspiel eingestellt werden.

Danach kann es endlich an den Einbau des 126er Motors gehen!

Die vorderen Querlenker baue ich auch noch aus und ersetze sie durch neue.

 

14. Dezember 2007

Montage der Hecktraverse, des Getriebehaltebügels, des Anlassers und Einbau der Zündspule.

 

17. Dezember 2007

Der neue Motor sitzt, passt, wackelt und hat Luft!

Nachdem der Motor endlich eingehängt und festgeschraubt ist, befestige ich schließlich noch alle Züge.

Zuvor musste ich jedoch noch einmal den Anlasser ein- und ausbauen, um eine von einem Freund selbst gebaute Drehmomentabstützung zu montieren. Diese soll ein Abreißen der Anlasserbolzen verhindern.

Zwischenzeitlich passt Helmut ein Hitzeschutzblech aus dem vor kurzem geschlachteten Fiat 126 an und baut es in unseren Olio ein.

Die Verkabelung des Motors hebe ich mir übrigens für einen separaten Samstag auf, um dann in Ruhe die Restarbeiten angehen zu können.

Und wenn das dann erledigt ist, müssen "nur" noch die Radlager eingestellt werden und es kann wieder auf die Straße gehen!

 

22. Dezember 2007

Der Fiat wird neu verkabelt und nach einigen kleineren Hürden bekommt der Anlasser auch Saft. Der Motor kann zu neuem Leben erweckt werden.

Doch irgendwie schafft es der Motor nicht anzuspringen. Mehrmals kurz davor, fehlt leider stets ein kleines bisschen. Hinzu kommt noch, dass der Deckel der Benzinpumpe undicht ist und eine kleine Spritpfütze unter dem Auto entsteht.

Und zu guter Letzt ist dann auch noch die Batterie leer gejuckelt.

Frohes Fest.

 

31. Dezember 2007

Ein letzter Versuch, den Motor doch noch im alten Jahr zu starten. Aber nach wie vor das alte Spiel: der Motor ist zwar kurz davor anzuspringen, aber letzendlich laufen will er nicht, obwohl die Zündung mittels Prüflampe eingestellt wurde.

Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass der an den Kerzen ankommende Zündfunke nicht stark genug ist. Ursache? Unbekannt.

Als letzten verzweifelten Versuch befestigen wir das Kabel von Zündspule zu Verteiler ein wenig anders. Und siehe da: der Motor ist zu neuem Leben erweckt.

Ein versöhnlicher Abschluss zum grandiosen Jubiläumsjahr.

Tour Europa, Hochzeit und fast 8.000 km mit dem Kleinen waren der bisherige Höhepunkt.

Jetzt müssen nur noch die jährlichen Ausgaben minimiert werden. Weniger als 1.000 EUR sind nach wie vor das Ziel.

 

Gesamtkosten 2007: 1.167,63 EUR
Gesamtkosten (total): 10.451,88 EUR

 

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