Kaufberatung

Kaufberatung

Wer sich einen Fiat 500 kaufen möchte, der sollte sich bewusst sein, dass es sich hierbei um einen Oldtimer handelt, der intensiver Pflege bedarf. Die jüngsten Modelle sind mittlerweile über 30 Jahre alt, die ältesten nächstes Jahr ein halbes Jahrhundert und somit keine Neufahrzeuge mehr. Einfach reinsetzen und und unbesorgt losfahren wie bei heutigen Fahrzeugen, könnte in einigen Fällen zu Frust führen, wenn der Kleine mal wieder rumzickt.

Denn auch wenn der Fiat ein kleines Auto ist, das relativ simpel aufgebaut ist und nicht allzu viel Technik in sich birgt, kann dennoch alles daran kaputt gehen. Genauso einfach kann man aber auch alles selbst wieder reparieren, ein wenig handewerkliches Geschick und Interesse am Schrauben vorausgesetzt.

Ersatzteile

Hier ist zu unterscheiden zwischen den verschiedenen Modellen. Für die Reihen F/L/R ist nahezu jedes Teil als Gebraucht- oder Neuteil erhältlich. Werden die Teile heute bei einem der zahlreichen Händler bestellt (Adressen gibt es in unserem Link-Bereich), liegen sie meist morgen schon als Paket vor der Tür. Aber auch Ebay hat einiges zu bieten. Angefangen vom Kondensator, über den Vergaser, kompletten Motoren, Blechteilen aller Art oder nagelneuen Edelstahltanks bekommt man alles und das meist für (noch) wenig Geld. Zudem kann man im Technikbereich vieles des jüngeren Bruders Fiat 126 verwenden.

Schwieriger wird es da schon, wenn man einen Fiat 500 N, D oder Giardiniera sein eigen nennt. Blechteile sind zwar zum Teil noch erhältlich, aber sehr rar gesäht und erheblich teurer als bei den anderen Modellen. Kostet zum Beispiel ein Frontblech für F/L/R rund 50 EUR, ist man bei einem Frontblech für das Modell D locker bei 150 EUR. Frontbleche für frühe N-Modelle mit Lufteinlässen sind gar nicht mehr erhältlich.

Der Kauf

Um nicht spätestens beim ersten TÜV-Besuch Frust erleben zu müssen, ist es wichtig, dass man sich bei der Auswahl des Fahrzeuges Zeit lässt und auch genau hinsieht. Ratsam ist es, auf jeden Fall jemanden mitzunehmen, der sich mit der Materie auskennt. Empfehlenswert ist es in diesem Zusammenhang vor der Anschaffung einen der zahlreichen deutschen Clubs aufzusuchen. Auch über das Forum lässt sich ein erster Kontakt mit Fachleuten herstellen.

Karosserie

Rost ist das Hauptproblem des italienischen Bleches. Rostvorsorge war damals ein Fremdwort und dementsprechend sehen die Autos heute aus. Schwachstellen gibt es viele, um nicht zu sagen, überall.

Spezielle Punkte auf die man beim Kauf achten sollte, möchten wir hier hinweisen.

1. Frontblech

Hier gibt es häufig Schäden, verursacht durch Auffahrunfälle oder unsachgemäßes Abschleppen. Auch von innen sollte man das Frontblech begutachten. Hinter ihm befindet sich die Batterie. Auslaufende Säure hat schon so manchen Lochfraß hervorgerufen.

2. Bodenbleche und Schweller

Sehr oft sind auch die Bodenbleche sowie die Schweller in Mitleidenschaft gezogen. Hier genau nachsehen. Sollte man von unten aufgrund von zentimeterdickem Unterbodenschutz nicht sehen können, hilft auf jeden Fall auch mal ein Blick von innen unter den Teppich.

3. Türen

Auch die Türen neigen dazu, sehr leicht zu rosten. Wasser, dass durch defekte Scheibendichtungen in die Tür hinein-, aber nicht mehr hinausläuft, verursacht an den Unterkanten oft Rostschäden.

4. Radläufe und Kotflügel

Gut kontrollieren, gehört doch gerade auch diese Region zu einer der vielen Schwachstellen. Hier empfiehlt es sich evtl. auch mal auf die Schnelle die Rücklichter abzuschrauben und einen Blick in die dahinter befindlichen Hohlräume zu werfen. Kann man schon durchschauen? 🙂

5. Frontscheibe

Auch hier gibt es Rost aufgrund von eindringendem Regenwasser. Genau nachsehen, ob alles in Ordnung ist und auch vom Kofferrauminneren fühlen, wie weit sich die braune Pest schon vorgewagt hat.

Technik

Ist das Blech halbwegs in Ordnung, widmen wir uns der Technik.

Das Getriebe ist im Original unsynchronisiert, d.h. beim Schalten Zwischengas und Zwischenkuppeln nicht vergessen, sonst kracht es. Ist ein Getriebe des Fiat 126 verbaut, dann ist es hingegen synchronisiert und kann wie bei einem „normalen“ Auto geschaltet werden. Alles in allem ist das Getriebe sehr robust. Ein wenig Ölverlust am Schaltgestänge ist normal.

Beim Motor ist es ratsam, die Kompression zu messen, um sich ein Bild über den Zustand machen zu können. Ca. 7 bis 8 bar pro Zylinder sind ein guter Wert.

Springt der Motor sofort an? Gut. Läuft er auch im Leerlauf rund ohne große „Achterbahnfahrten“ und nimmt das Gas spontan an? Wenn nicht, könnte eine ausgeschlagene Drosselklappenwelle der Fehler sein. Dies kommt gerade beim verbauten Weber-Vergaser sehr häufig vor.

Unterhalb der beiden Krümmer befindet sich jeweils eine Schraube, die ein Loch in der Mitte hat. Achtung: bläst der Fiat beim Betrieb hier ab, dann ist die Zylinderkopfdichtung durch!

Ebenfalls sehr anfällig sind die Antriebswellen. Die Verzahnungen der Ruckdämpfer geben des öfteren ihren Geist auf. Nur leider merkt man das oft erst später. Aber eventuell weiß ja der Verkäufer, ob hier vor kurzem schonmal etwas ausgetauscht wurde und ob sogar verstärkte Achswellen verbaut sind.

Und dann kommen wir zum Hauptproblem des Fiats: er ölt. Angefangen an den Achsmanschetten, über defekte Ventildeckel, über die Stößelrohre bis hin zur Öffnung des Ölmessstabes. Ein wenig ist in Ordnung. Hinterlässt der Kleine jedoch nach kurzer Zeit bereits eine große Pfütze, dann sollte man mal genauer hinschauen, was die Ursache ist.

Preis

Ist das Objekt der Begierde soweit in Ordnung? Gut. Doch wieviel darf der 500er denn eigentlich kosten? Oder lohnt es sich gar, aufgrund der Preisentwicklung mit dem Kauf noch etwas zu warten?

–> Nun, das verraten wir Ihnen auf der folgenden Seite, unserer Preisübersicht!

Doch zuvor klären wir Sie noch kurz über die laufenden Kosten aus.

Unterhaltskosten

Die Unterhaltskosten sind, abgesehen von unvorhersehbaren Pannen (siehe auch das persönliche Tagebuch), recht niedrig.

Die KFZ-Steuer ist erträglich. Ein H-Kennzeichen brächte für den Fiat obgleich des Fahrzeugalters rein gar nichts. Die Steuer würde in diesem Falle den pauschalen Satz in Höhe von 191,73 EUR betragen. Aufgrund der niedrigen Kubikzahl ist es ratsamer, den Fiat ganz normal anzumelden. Dann zahlt man zwar den höchsten Satz, da der Motor alles andere als schadstoffarm ist. Dieser beträgt pro Jahr 25,36 EUR je angefangene 100 ccm. Das macht beim Fiat jedoch insgesamt lediglich 126,80 EUR bei einer ganzjährigen Anmeldung und ist somit um einiges günstiger, als bei einer historischen Anmeldung.

Die Versicherungspreise sind sehr unterschiedlich. Man sollte allerdings darauf achten, dass man eine spezielle Oldtimerversicherung findet. Diese kostet zum Beispiel bei der ADAC Classic Car Versicherung für eine Saisonanmeldung von März bis Oktober nur 100 EUR inklusive Teilkasko und Versicherung bei Vandalismusschäden.

Eine genaue Übersicht finden Sie in unserem Download-Bereich.