Neue 500er

Die neuen 500er – Die Urenkel des Erfolges

1992 wagte Fiat einen erneuten Versuch, einen Fiat 500, der weltweit mit der italienischen Bezeichung „Fiat Cinquecento“ verkauft wurde, zu etablieren.

Den Cinquecento konnte man natürlich nicht mit dem historischen Kultgefährt vergleichen. Er war ein modernes Fahrzeug mit moderner Technik. Der Motor befand sich dort, wo heutige Motoren meist anzufinden sind, nämlich vorne. Der Hinterradantrieb war Geschichte und auch von der Leistung her brachte der Cinquecento einigermaßen angenehme Fahrwerte.

Der Grundgedanke war jedoch gleich. Ein kleines Fahrzeug zu erschaffen, das ideal für den Stadtverkehr war, sparsam und zugleich auch kostengünstig. Der Cinquecento wurde von Fiat bis 1998 produziert und anschließend durch den Seicento (600) abgelöst.

Im Jahr 2003 stellte Fiat dann ein Concept Car vor, das auf der Retro Welle schwamm und ähnlich wie beim New Mini großen Absatz finden soll. Der Fiat ist in meinen Augen eine tolle Kombination aus alt und neu und viele Elemente des alten 500ers finden sich in ihm wieder. So weist die Fahrzeuglinie doch erstaunliche Ähnlichkeit zum Urahn auf. Die Motorhaube wirkt genauso aufgesetzt wie früher der Kofferraumdeckel, das Frontblech ist steil aufgestellt, Lampen und vordere Begrenzungsleuchten identisch angebracht. Auch die Chromstoßstange verleiht dem Fahrzeug das typische Aussehen eines 500ers.

Leider war man hier nicht mutig genug und überarbeitete das Design. Dies tat der Optik des Fahrzeuges leider nicht so gut. Das Frontlogo wurde der historischen Form angepasst (Fiat Logo mit zwei Flügeln) und die Lampen wurden schräg angesetzt. Auch die Seitenlinie wurde verändert. Dadurch erinnert das Fahrzeug nicht mehr so sehr an einen Fiat 500, sondern mehr an eine Mutation aus VW Lupo und Nissan Micra. Das Fahrzeug mit dem neuen Namen „Fiat Trepiuno“ – der Name kommt aus dem italienischen „tre piu uno“ = „drei plus eins“ sollte zuerst ab 2006 in Serie gehen.

Doch dann kam Ende Februar 2005 diese Nachricht:

„Trubel und Trauer auch bei Fiat: Auto-Chef Demel ist entlassen, die Firma hat angeblich neun Milliarden Euro Schulden und wenig Attraktives im Köcher. Und der Zwang zu sparen hat ein sympathisches Projekt gekippt: Der Trepiùno, eine moderne Interpretation des 500er und in Genf 2004 umjubelter Messestar, wird endgültig (doch) nicht gebaut. Unterhalb des Panda will Fiat kein Modell anbieten, zudem fehlt dem Projekt nach der Firmen-Scheidung von GM die gemeinsame Plattform mit dem Opel Trixx. Deshalb rechne sich der Trepiùno nicht mehr.“ Quelle: www.autobild.de.

Am 08. September 2005 ließ man die Fangemeinde des 500ers aber erneut Hoffnung schöpfen. Man arbeite zusammen mit Ford an einer gemeinsamen Fahrzeugplatform, hieß es von Fiat. Ford werde einen neuen Ka entwickeln und Fiat einen neuen 500er.

Dieser wurde am 04. Juli 2007, also exakt 50 Jahre nach der Vorstellung des legendären Nouva 500, in Turin präsentiert. Sein Erfolg ist viel versprechend. Längst hat er sich zum Star im Fiat-Konzern gemausert. Nach der Einführung eines Fiat 500 L als große Version des neuen Fiat 500 sollen schon bald weitere Modelle folgen. Fiat versucht hier, dem Erfolg des BMW Mini nachzueifern.

Wem das nicht gefällt, dem bleibt wohl nur diese schlechte Kopie auf Basis des Nissan Micra, sollte er einen Neuwagen im Stil des alten Fiat 500 wünschen.